...
Provokative Therapie – Im Ernstfall mit Humor

Provokative Therapie – Im Ernstfall mit Humor

Provokative Therapie – Im Ernstfall mit Humor

Humor kann heilen – das wusste Frank Farrelly wie kaum ein anderer. Seine provokative Therapie arbeitet mit liebevoller Übertreibung, spielerischer Nähe und einem Stups, der Türen öffnet. In diesem Beitrag verwebe ich Farrellys Haltung mit meinem Humor und meiner Crossover-Poesie: dröhnende Stille, leichte Funken, mutige Unsicherheit. Ein Text über Humor als Türöffner in schweren Zeiten. Im Ernstfall mit Humor. 

 

Coaching Denken neu lenken

Vom Vielbegabungskongress zum DIP –  2 Frauen erinnerten mich an das liebevolle Provozieren 

Im September 2026 hörte ich beim Vielbegabungskongress von Anne Heintze begeistert Dr. Noni E. Höfner, Gründerin und Leiterin des Deutschen Instituts für Provokative Therapie (DIP), und Dr. Charlotte Cordes vom DIP –  Mutter und Tochter zu.  Sie weckten eine wohlige Erinnerung an einen  besonderen Moment  meines Studiums (Sozialarbeit)  noch vor der Jahrtausendwende. Ich  hatte ein regelrechtes Glücksgefühl, als ich damals zum ersten Mal von der Provokativen Therapie hörte – und gleichzeitig die Erkenntnis: Das mache ich doch längst, ohne es zu wissen! Ich bin mit Humor aufgewachsen, geprägt von meinem humorvollen Vater. Seit meiner Kindheit brachte ich Menschen zum Lachen.  Der leichte, liebevolle Blick, mit Schalk im Nacken auf Menschen und Situationen war mir also vertraut.

2016 wurde mir in einem Seminar „Im Ernstfall mit Humor“ von Paul Kustermann die Bedeutung von Humor noch viel klarer. Mit ihm bin ich seitdem im losen Kontakt und schätze den Austausch über das Schreiben, Leichtes und Herausforderungen.

Natürlich gab es auch Zeiten, in denen weniger zu lachen war – der Lockdown, Phasen der Trauer. Aber gerade in einigen  meiner Texte und Gedichte aus dieser Zeit steckt eine liebevolle Provokation, die der Schwere und Ernsthaftigkeit etwas von ihrem Gewicht nimmt. Auch im Coaching setze ich Humor ein – behutsam, heiter, kreativ –, immer dann, wenn Vertrauen gewachsen ist und ich spüre, dass mein Gegenüber diese Art von Humor verstehen und annehmen kann.

Frank Farrelly

Entdeckungen Frank Farrelly  (1931–2013)

war ein amerikanischer Sozialarbeiter und Psychotherapeut, der die Provokative Therapie entwickelte. Er war Schüler von Carl Rogers und übernahm dessen Grundhaltung:

  • Empathie
  • Wertschätzung
  • Echtheit

Aber er merkte: Manche Menschen brauchen nicht nur Verständnis, sondern einen liebevollen Stups, der sie aus festgefahrenen Selbstbildern herausführt.

Farrelly war:

  • warm
  • humorvoll
  • respektvoll
  • zutiefst menschlich
  • spielerisch
  • neugierig
  • beziehungsorientiert

Er sagte oft: „Ich nehme die Menschen ernst – aber nicht ihre Probleme.“ Das ist die Essenz seiner Arbeit. Viele denken: „Provokativ = frech“. Aber Farrelly arbeitete niemals verletzend, sondern humorvoll, warm und überraschend.

Die 7 Kernprinzipien

Die 7 Kernprinzipien der Provokativen Therapie

  1. Übertreibung der Selbstkritik  Er nimmt die negativen Gedanken des Klienten und überzieht sie humorvoll, bis sie absurd werden.
  2. Paradoxe Bestätigung Er stimmt scheinbar zu – aber so übertrieben, dass der Klient innerlich widerspricht und seine eigene Stärke verteidigt.
  3. Humor als Entlastung Humor löst Scham, Angst und innere Starre.
  4. Beziehung zuerst Ohne Wärme keine Provokation. Ohne Sicherheit keine Veränderung.
  5. Spielen statt therapieren Farrelly improvisierte, lachte, überraschte – und schuf dadurch Bewegung.
  6. Wertschätzung als Fundament Die Provokation ist immer getragen von Liebe, Respekt und echter Zuneigung.
  7. Der Klient widerspricht – und findet sich selbst Das ist der eigentliche therapeutische Effekt.
    Hochsensibel und Provokation

    Warum Provokative Therapie so gut zu Hochsensiblen passt

    Hochsensible Menschen:

    • denken viel
    • sind oft selbstkritisch
    • fühlen schnell Scham
    • haben starke innere Dialoge
    • reagieren auf Humor und Wärme
    • brauchen Sicherheit und Beziehung

    Die Provokative Therapie bietet:

    • Leichtigkeit
    • Entlastung
    • Selbstmitgefühl
    • Distanz zu belastenden Gedanken
    • Aktivierung der eigenen Stärke
    • Schutz durch Humor und Beziehung, mit einem Augenzwinkern

    Ein seltenes Original‑Zitat von Farrelly „Humor ist die schnellste Art, die Wahrheit zu erreichen.“

    Die Provokative Therapie nach Frank Farrelly ist dafür ein wunderbares Werkzeug. Sie ist nicht hart, nicht verletzend, nicht laut. Sie ist spielerisch, menschlich und zutiefst wertschätzend. Sie ist die sanfteste Form der Konfrontation, die es gibt.

    Die Selbstkritik ein wenig übertreiben, den Zweifel  auf paradoxe Weise bestätigen , mit den Gedanken spielen bis das Gegenüber widerspricht. In diesem Moment entsteht etwas Neues: ein kleiner Riss im alten Muster, ein Atemzug, eine neue Richtung.

    Warum das funktioniert

    Humor löst Scham. Wärme schafft Sicherheit. Spiel öffnet Türen, die Ernst verschließt. Und du findest deine eigene Kraft – nicht, weil ich dich überzeuge, sondern weil du mir widersprichst. Das ist die Kunst der provokativen Therapie. 

    Für wen

    Für wen ist das geeignet?

    • für Hochsensible
    • für Menschen in Trauer
    • für Menschen mit ADHS
    • für Perfektionist*innen
    • für alle, die sich in Gedanken verheddern
    • für alle, die wieder leichter leben möchten
    Coaching Denken neu lenken
    Meine Poesie

    Crossover

    Hier ist eine Auswahl meiner liebevoll provokativen Poesie aus meinem Buch Crossover.

    Unter dem Schädel

    Unter dem Schädel

    Blitzschnell ist da immer was los. So schnell kann ich gar nicht gucken. Gerade voll konzentriert am Denken und Arbeiten und plötzlich klingelt das Telefon. Alarm, Alarm, der Puls schnellt in die Höhe, bevor ich bis drei zählen kann. Wer will da was von mir? Habe ich was verbrochen? Muss ich ganz schnell mich um etwas kümmern, wonach mir gerade gar nicht ist? Meldet sich da jemand und sagt, dass meinen Kindern etwas passiert ist?

    Man, bin ich phantasievoll. Erstarrt schaue ich auf das Display. Und? Greife mir mutig ein Herz und melde mich ängstlich bei der unbekannten Nummer. Am anderen Ende höre ich dann die vertraute, fröhliche Stimme meiner besten Freundin: „Helma, mein Bruder hat mir seinen Apparat geborgt, um mich kurz bei dir zu melden. Ich freue mich so sehr auf unser Picknick nächsten Sonntag. So, nun lass dich nicht stören. Tschüßi.“

    Mir fällt langsam wieder einmal ein riesengroßer Stein vom Herzen. Immer wieder passiert es mir. Wünschte ich wäre cooler, wenn es klingelt. Ich gebe die Hoffnung mit mir nicht auf. Oh, es läutet an der Tür …

    Kreisverkehr

    Kreisverkehr

    Else war Fachfrau für den Kreisverkehr. Immer wieder landete sie in ihm und drehte aus Gewohnheit Runde um Runde um Runde. Wieso? Hier kannte sie sich aus, hier war sie in bester Gesellschaft mit vielen anderen Kreisfahrern. Um ja in der Spur zu bleiben, konzentrierte sie sich auf die Markierungen. Ab und zu nahm sie die Ausfahrten wahr.

    Bisschen spürte sie Sehnsucht, wenn sie die Hinweisschilder auf den Ausfahrten sah. Die Buchstaben nahm sie nur verschwommen wahr. Im Radio spielten sie immer wieder mal Lieder von Abenteuern und der weiten Welt. Aber dann erinnerte sich Else an all das Schreckliche, was sich die Menschen erzählten. In der Welt gab es unzählige Verkehrsschilder, die einen komplett überforderten und Orientierung unmöglich machten.

    Überall Baustellen und Umleitungen. In einem Affenzahn rasten die Fahrzeuge ohne zu gucken über die Straßen. Die meisten ignorierten Geschwindigkeitsbegrenzungen und rote Ampeln. Ohne Unterlass hörte man die Sirenen von Einsatzkräften. Keiner nahm Rücksicht auf den anderen. Die Schauerstorys ängstigten Else.

    Sie war nicht immer so gewesen. Von wem hatte sie sich ihre Entdeckungslust nehmen lassen? Lange dachte sie darüber nach. Sollte das ewig so weiter gehen – Runde um Runde um Runde? Jeden Tag das Gleiche? Plötzlich war es sonnenklar. NEIN bloß nicht. Sie musste ganz schnell weg aus diesem Leben verhindernden Kreis.

    Sie spürte, wie ihr Herz vor Aufregung raste. So lebendig hatte sie sich lange nicht gefühlt. Souverän setzte sie den Blinker. Erhaben und etwas mitleidig winkte sie zum Abschied den anderen. Die nächste Ausfahrt war ihre. Else grinste breit, als sie ABENTEUER LEBEN auf dem Verkehrsschild las.

    Mein Bauch

    Mein Bauch

    Mein Bauch hat auch seine Gefühle, nicht nur ich. Er knurrt lautstark, wenn er wieder Hunger hat. Wenn ich das über längere Zeit ignoriere, ist das wirklich nicht lustig. Er rumort lauter und lauter, bis ich ihm etwas anbiete. Nicht immer stimmen da unsere Vorstellungen überein. Ihr wollt auch nicht wissen, was los ist, wenn ich ihm zu schnell bin beim Essen.

    Generell will er immer gefragt werden. Bei Entscheidungen aller Art soll ich auf ihn hören. Nimmt sich gerne sehr wichtig. Denkt, dass er es besser weiß als ich. Wäre ja noch schöner.

    Und dann regelmäßig beschwert er sich, wenn es ihm zu viel wird, an dem was ich ihm zum Verdauen anbiete. „Ganz schön schwere Kost.“, klagt er des Öfteren. Wir haben es nicht so einfach miteinander. Muss ja zugeben, dass es ab und zu von Vorteil war, ihn ernst zu nehmen und mich nach ihm zu richten. Aber ich hüte mich davor, ihn dafür zu loben. Sonst trägt er seine Nase noch höher, das wäre ja nicht zum Aushalten. So richte ich mich öfter ganz unauffällig nach ihm, hoffe, dass er es nicht mitbekommt. Und bitte – mich nicht verpetzen. Okay?

    Denken neu lenken
    Verschlossen

    Verschlossen

    So viele Panzerschränke stehen da herum. Alle seit Jahren unberührt und verstaubt. Ihr fragt wieso? Die Besitzer waren so mit dem täglichen Einerlei beschäftigt, dass die Schränke in Vergessenheit gerieten. Darauf angesprochen, reagierten die Menschen unterschiedlich. Die meisten wirkten desinteressiert, bei sehr wenigen leuchteten kurz die Augen. Diese wurden wehmütig, weil sie die Tastenkombinationen für ihre Panzerschränke verbummelt hatten. Aber es regte sich was bei ihnen. Beim Reden kamen die Erinnerungen an all das, was so lange verschlossen war. Da gab es Mut zu spontanen Reisen, Begeisterung an neuen Gerichten, Wärme beim Denken an die Großeltern, viel Humor beim Quatschmachen nicht nur mit Kindern, Kleidung, die sie gerne zum Tanzen trugen, Fotos, die an großartige Momente erinnerten.

    Aber es fehlte leider weiterhin die Tastenkombination. Verzweifelt überlegten die Menschen und ärgerten sich über ihre Vergesslichkeit. Die Sehnsucht nach einem Wiedersehen mit ihren verschlossenen Schätzen wuchs und wuchs.

    Aber wer könnte ihnen helfen? Nach nächtlicher Suche im Darknet fanden sie ihn, Paul Knackwurst – Profi Panzerknacker. Andere lobten ihn in den höchsten Tönen für seine Handarbeit. Ganz legal war es nicht, aber der Zweck heiligt ja bekanntlich die Mittel. Ein Anruf und drei Tage später klingelte es pünktlich. Mit düsterem Blick in schwarzen Klamotten wirkte er nicht sonderlich vertrauenserweckend. Aber er sollte Fachmann auf seinem Gebiet sein. Mit einem etwas mulmigen Gefühl ließen die Menschen ihn herein. Da mussten sie durch.

    Ohne Worte zu verlieren, begutachtete Paul Knackwurst den Panzerschrank. Erst beklopfte er ihn energisch von allen Seiten. Dann griff er zu seinem blau-weiß-gestreiften Stethoskop und lauschte hochkonzentriert. Merkwürdig das Ganze. Er kratze sich hinter seinem Ohr, verdrehte plötzlich die Augen, stampfte dreimal laut auf, nahm einen Schluck vom Kirschbananennektar und klatsche laut polternd auf den Tisch. Alle erschraken fürchterlich. Jetzt haben wir es. Er drehte siegessicher am Schloss und im Nu öffnete sich nicht Sesam, sondern die Tür vom Panzerschrank.

    Vor Überraschung fiel einigen die Kinnlade herunter, aber sie hatten sich bald wieder gefangen. Die Freude über ihre Schätze ließ alle Angst vergessen. Sie feierten ausgelassen die ganze Nacht ihr wohliges Wiedersehen.

    Ja und Paul Knackwurst nahm zufrieden seinen Kram und das großzügige Honorar und sputete sich für den nächsten Banküberfall mit seinen Kumpel Kurt Krummesding. Aber pssst, das bleibt unter uns.

    In wieweit provoziert VERSCHLOSSEN?

    Die KI meint

    Manchmal brauchen wir jemanden wie Paul Knackwurst – jemanden, der uns mit Humor, Übertreibung und liebevoller Frechheit daran erinnert, dass unsere inneren Schätze nie wirklich verloren sind. Genau das geschieht in der provokativen Therapie: Türen öffnen sich, weil wir lachen, staunen und uns selbst nicht mehr ganz so ernst nehmen.

    So arbeitet provokative Therapie: Sie klopft, lauscht, stampft, überrascht – und plötzlich öffnet sich eine Tür, die lange zu war. Nicht durch Druck, sondern durch Humor. Nicht durch Ernst, sondern durch Leichtigkeit.

    Wenn wir feststecken, hilft manchmal kein Schlüssel, sondern ein Lachen. Die provokative Therapie nutzt genau diese Kraft: Humor als Türöffner, Überraschung als Mutmacher, liebevolle Frechheit als Erinnerung daran, dass wir mehr sind als unser Alltag.

    Fazit

    Das Beschäftigen mit der Provokativen Therapie erinnert mich an meine Leichtigkeit und meinen Humor. Das tut gut, Habe ja die Vision als Buntes Zebra alt zu werden, trotz allem. Und es wärmt mich, an Frank Farrelly zu denken. 

    Beispiele 1 und 2

    Beispiele

    1. Selbstkritik übertreiben (klassisch Farrelly)

    Klient: „Ich krieg einfach nichts auf die Reihe.“

    Therapeut: „Stimmt. Ich hab selten jemanden gesehen, der so konsequent NICHTS auf die Reihe kriegt. Das ist schon fast eine Begabung. Andere müssen sich dafür anstrengen.“

    Wirkung: Der Klient lacht, widerspricht innerlich, findet seine eigene Kompetenz wieder.

    2. Paradoxe Bestätigung

    Klient: „Ich bin so schüchtern, ich kann niemanden ansprechen.“

    Therapeut: „Ja, bitte bleib so. Wenn du anfängst, Menschen anzusprechen, dann wollen die am Ende noch mit dir reden. Das wäre ja furchtbar.“

    Wirkung: Der Klient protestiert: „So schlimm ist es nun auch nicht!“ → Selbstbehauptung entsteht.

    Beispiele 3 und 4

    3. Humorvolle Übertreibung

    Klient: „Ich mache immer alles falsch.“ Therapeut: „Immer? Wirklich immer? Also auch beim Atmen? Beim Aufstehen? Beim Schuhe anziehen? Das ist ja eine beeindruckende Erfolgsquote.“

    Wirkung: Die Absolutheit bricht, Leichtigkeit entsteht.

    4. Provokation mit Wärme

    Klient: „Ich bin nicht gut genug.“

    Therapeut: „Ach, du willst also in den Club der Perfekten? Der ist leider voll. Aber im Club der Menschlichen ist noch Platz.“

    Wirkung: Humor + Wertschätzung → Entlastung.

     

    Beispiele 5 und 6

    5. Beziehung als Basis

    Farrelly provoziert nur, wenn die Beziehung warm ist.

    Therapeut: „Ich mag dich wirklich. Und genau deshalb erlaube ich mir jetzt, dich ein bisschen zu ärgern.“

    Wirkung: Sicherheit → Offenheit für Humor.

    6. Provokation in Trauer (sanft, respektvoll)

    Klient: „Ich darf nicht wieder lachen. Das wäre Verrat.“

    Therapeut: „Ja, bitte bleib ernst. Wenn du wieder lachst, könnte dein verstorbener Mensch denken: ‚Ach du meine Güte, sie lebt weiter.‘ Das wäre ja schrecklich.“

    Wirkung: Ein kleines Lächeln, ein Riss im Verbot, ein Atemzug.

     

    Beispiele 7 und 8

    7. Hochsensibilität (ND‑freundlich)

    Klient: „Ich fühle zu viel.“

    Therapeut: „Ja, das ist wirklich unpraktisch. Andere fühlen gar nichts, die haben’s viel leichter. Die verpassen zwar das ganze Leben, aber hey — sie sind nicht überfordert.“

    Wirkung: Humor + Selbstwert → Entlastung.

    8. ADHS

    Klient: „Ich schweife ständig ab.“

    Therapeut: „Bitte hör nicht damit auf. Wenn du plötzlich fokussiert wärst, würden alle denken, du bist krank.“

    Wirkung: Lachen → Selbstannahme → neue Energie.

    Beispiele 9 und 10

    9. Perfektionismus

    Klient: „Ich will alles perfekt machen.“ Therapeut: „Oh nein, bitte nicht. Perfekte Menschen sind so anstrengend. Bleib lieber menschlich, das ist viel sympathischer.“

    10.  Scham

    Klient: „Ich schäme mich so.“ Therapeut: „Ja, Scham ist wichtig. Ohne Scham würden wir alle nackt Brötchen kaufen gehen.“

    Wirkung: Lachen löst Scham → Nähe entsteht.

    Provokative Therapie – Im Ernstfall mit Humor

    Provokative Therapie – Im Ernstfall mit Humor

    Humor öffnet Türen, selbst im Ernstfall. Die provokative Therapie nach Frank Farrelly verbindet liebevolle Provokation, überraschende Impulse und meine Crossover‑Poesie. Ein Weg, der festgefahrene Muster löst, Leichtigkeit schenkt und Menschen zurück zu ihren verschlossenen inneren Schätzen führt.

    13 + 13 =

    Liebe Leserinnen und Leser

    Ich teile in meinen Blogbeiträgen die seit 2021 unregelmäßig erscheinen, facettenreiche Gedanken, Erfahrungen Gefühle, Beobachtungen und Beobachtungen von meinem Weg als hochsensibler Coach, Mensch und Autorin. Vielleicht inspiriert oder ermutigt davon etwas dem eigenen Weg. Über den Newsletter informiere ich wenn es neue Blogs oder Termine gibt.

    Der 1. Beitrag Kompetenzdemenz 2021

    Sensible Grüße Antje Remke

    Wir senden keinen Spam und teilen niemald deine E-Mail-Adresse.
    Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

    Weitere Blogbeiträge

      Trauer in Berlin und online

      Trauer in Berlin und online

      Trauer in Berlin und online

      Auf meinem Trauerweg  sammle ich vielseitige Erfahrungen. Mir hätte es geholfen, vieles davon gleich nach dem Tod meines Vaters  zu wissen. Vielleicht erleichert es anderen,  eher Unterstützung zu finden. Die Sammlung ist sowohl aus eigenen Erfahrungen, als auch Ideen anderer und wird bestimmt wachsen. Ich biete durch meinen Weg auch Trostcoaching an.  Meine facettenreichen Entdeckungen sind alphabetisch sortiert und für mich auch ein Archiv meines Weges, den ich auf diesem Weg gerne teile.

      Coaching Denken neu lenken

      Entdeckungen 

      Coaching Denken neu lenken
      Coaching Denken neu lenken
      Coaching Denken neu lenken
      Coaching Denken neu lenken
      Coaching Denken neu lenken
      Provokative Therapie – Im Ernstfall mit Humor

      Provokative Therapie – Im Ernstfall mit Humor

      Humor öffnet Türen, selbst im Ernstfall. Die provokative Therapie nach Frank Farrelly verbindet liebevolle Provokation, überraschende Impulse und meine Crossover‑Poesie. Ein Weg, der festgefahrene Muster löst, Leichtigkeit schenkt und Menschen zurück zu ihren verschlossenen inneren Schätzen führt.

      Liebe Leserinnen und Leser

      Ich teile in meinen Blogbeiträgen die seit 2021 unregelmäßig erscheinen, facettenreiche Gedanken, Erfahrungen Gefühle, Beobachtungen und Beobachtungen von meinem Weg als hochsensibler Coach, Mensch und Autorin. Vielleicht inspiriert oder ermutigt davon etwas dem eigenen Weg. Über den Newsletter informiere ich wenn es neue Blogs oder Termine gibt.

      Der 1. Beitrag Kompetenzdemenz 2021

      Sensible Grüße Antje Remke

      Wir senden keinen Spam und teilen niemald deine E-Mail-Adresse.
      Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

      Weitere Blogbeiträge

      10 + 2 =

      Hochsensible Abschiede auf eigene Weise

      Hochsensible Abschiede auf eigene Weise

      Hochsensible Abschiede auf eigene Weise

      Bei der ersten Beerdigung war ich 12. Da starb mein Opa. Die Trauerrede hielt ein Pfarrer, der uns vertraut war. Eine persönliche und warme Ansprache richtete sich an meinen Bruder und mich. Ich habe sie noch. Inzwischen war ich über 20 Mal bei sehr unterschiedlichen  Beisetzungen dabei. Ich hielt 4 Trauerreden. Die letzte für unseren Vater. Mehr dazu gibt es hier. Seitdem bin ich im Austausch (vor allen mit Hochsensiblen) über die vielseitigen Erfahrungen in der Gestaltung vom Abschied. Ich möchte mit unseren Beispielen ermutigen, dem Bauch zu vertrauen, auch wenn es für das Umfeld oft erstmal befremdlich ist. Viele erzählen von positiven Reaktionen. Ich entschiede mich für die ICH oder WIR Perspektive. 

      Ich war im April 2026 auch wieder zu Gast im Sensiblen Podcast mit Jennifer Kersten zum Thema Hochsensibilität und Trauer.

      Coaching Denken neu lenken

      Was wir etwas anders machten

      • „Uns war es wichtig, den Verstorbenen nochmal zu sehen, ihn zu berühren, um zu begreifen, dass er tot ist.“
      • „Ich hatte ein Wochenende den Zugang zum Aufbewahrungsraum, um mich in Ruhe zu verabschieden. Ich fotografierte ihn, und spielte laut unser Lieblingslied ab.“.
      • „Er liebte Whisky, Wir stießen im Friedwald auf ihn an. Er bekam auch ein Glas noch ins Grab.“
      • „Auf dem Sarg stand ein Bierglas, als er zum Lied Trink, trink Brüderlein trink, lass doch die Sorgen zu Haus hinabgelassen wurde.“
      • „Ich verbánd mit ihm Rosinen und er bekam welche mit ins Grab.“
      • „Wir haben seine Urne gemeinsam getöpfert.“
      • „Wir haben die Trauerschleife individuell gestaltet.“
      • „Wir fanden ein Bestattungsunternehmen, dass uns die Urne gab und wir entschieden, wo die Asche verstreut wird.“
      • „Ich habe die Urne meines Mannes zu Hause.“
      • „Wir teilten während der Trauerfeier Zettel mit der Bitte, Erinnerungen an die Verstorbene zu teilen.“
      • „Ich sammelte vorab Erinnerungen und ließ sie in die Rede mit einfließen.“

      Reaktionen nach Abschiedsfeiern

      • „So etwas Schönes noch nie erlebt.“
      • „Es war eine sehr berührende Trauerfeier und Dank dir, auch mit viel Schalk und Herzlichkeit, auch wenn sicher nicht alles eitel Sonnenschein war. Ein Mensch und doch so vielseitig. Viele schöne Erinnerungsgeschichten wurden da zusammen getragen. Danke dir für diese etwas andere Möglichkeit einer Trauerfeier.“

      Sätze, die wir gern gehört hätten

      Sarah Yurtöven  · Instagram Redenschirm 

      • Wie geht es dir gerade wirklich?
      • Ich bin gerade einkaufen. Was brauchst du?
      • Ich habe heute Nachmittag an (Name) gedacht. Wegen (konkreter Kleinigkeit.) Ich wollte dir sagen.
      • Ich weiß nicht, was ich sagen soll, darum sage ich dir: Ich denke an dich.
      • Ich gehe heute eine Runde spazieren. Kommst du mit?
      • Ich habe ein Foto von (Name) gefunden. Ich wollte sicherstellen, dass du es auch hast.
      • Ich will dich nur wissen lassen, dass du nicht allein bist.
      • Bitte wähle aus diesen Optionen: Kaffee  trinken diese Woche/ Essenslieferung zu dir nach Hause/ frische Blumen/ alles bitte
      • Ich bringe dir Essen vorbei – passt es für dich besser am Dienstag oder lieber Donnerstag?

      Um Mithilfe wird gebeten

      Weitere Erfahrungen sind willkommen. Entweder in den Kommentaren oder als Nachricht, wenn ich sie anonym veröffentlichen soll.

      Provokative Therapie – Im Ernstfall mit Humor

      Provokative Therapie – Im Ernstfall mit Humor

      Humor öffnet Türen, selbst im Ernstfall. Die provokative Therapie nach Frank Farrelly verbindet liebevolle Provokation, überraschende Impulse und meine Crossover‑Poesie. Ein Weg, der festgefahrene Muster löst, Leichtigkeit schenkt und Menschen zurück zu ihren verschlossenen inneren Schätzen führt.

      Liebe Leserinnen und Leser

      Ich teile in meinen Blogbeiträgen die seit 2021 unregelmäßig erscheinen, facettenreiche Gedanken, Erfahrungen Gefühle, Beobachtungen und Beobachtungen von meinem Weg als hochsensibler Coach, Mensch und Autorin. Vielleicht inspiriert oder ermutigt davon etwas dem eigenen Weg. Über den Newsletter informiere ich wenn es neue Blogs oder Termine gibt.

      Der 1. Beitrag Kompetenzdemenz 2021

      Sensible Grüße Antje Remke

      Wir senden keinen Spam und teilen niemald deine E-Mail-Adresse.
      Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

      10 + 4 =

      Mein Dank gilt den Toten

      Mein Dank gilt den Toten

      Mein Dank gilt meinen Toten

      Ganz in meiner Nähe ist der Friedhof 3 in Berlin Pankow. Er ist mir sehr vertraut. Am Freitag kam mir dort die Idee, diesen Text hier zu teilen.  Gestern war der 8. Todestag meiner Mutter. Heute ist Totensonntag. Im September war dort „Tag des Friedhofs“. In der Vorbereitung gab es die Einladung Texte zu schreiben. So ist der Text entstanden. Er wurde nicht ausgewählt für die Lesung. War nicht schlimm. Mich berührte die Erinnerung an „meine“ Toten. Sie fehlen, aber ich bin ihnen auch für so viel dankbar. 23.11.2025

      Maz 8.11.2023 Maz Havelland

      Mein Dank gilt den Toten 

      Ihr seid schon ganz schön viele. Schön ist das nicht wirklich. Aber es ist Realität. Eure Namen bleiben ungesagt, anders der vielseitige Einfluss, den ihr auf mein Leben hattet.  Für so Vieles sage ich DANKE.

      Du hast mich vom Ertrinken gerettet.

      Du hast mir das Schwimmen beigebracht. Leider verpasste ich die Beerdigung.

      Bei Ihnen sah ich als Kind das erste Mal Farbfernsehen. Sie haben sich das Leben genommen.

      Du warst eine junge Frau, bist Männern frech und selbstbewusst begegnet, und schwanger bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt.

      Du hast mit mir Kindergeburtstag gefeiert. Du hattest Mukoviszidose. Deine Stimme habe ich immer noch im Ohr.

      Du hast mir aus dem Westen „Emil und die Detektive“ geschenkt. Ich liebte es. Mein Sohn heißt Emil.

      Du warst für mich ein etwas verrückte Kind gebliebene alte Frau, die gerne Canasta spielte und in Berlin Pankow lebte.

      Du hast konsequent Frühsport gemacht. Ich mache es nicht.

      Du hast meine Motivation geweckt, als Kind Englisch zu lernen und mir gezeigt, dass die Welt größer ist.

      Durch Sie bekam ich als Kind Zugang zu Rüstzeitreisen. Ich erlebte kreative Workshops mit Singen, Basteln, dichtem noch viel mehr. Meine Neugierde auf Neues konnte ich so stillen.

      Sie freuten sich diebisch, als sie eine Patientin mit Akupunkturnadeln wie von Zauberhand heilten.

      Sie sagten zu mir. „Schwester Antje: Sie sind hier noch Mensch“. Ich war Krankenschwester in einer Rettungsstelle. Aus Liebeskummer nahm sie sich die Ärztin sich das Leben.

      Sie waren ein höflicher stiller Arzt. Ich schätzte Sie sehr. Auch er starb durch einen Suizid.

      Du warst ein lustiger wortgewandter Schulfreund meines Vaters. Es war ein Vergnügen mit dir dusseliges Zeug zu reden. Sein  Ende war dramatisch.

      Du hast beim Schwimmen über die Havel auf mich aufgepasst, hast gekämpft mit mir, bist mit mir Tanzen gegangen, hast mich deinen Trabi fahren lassen, als mein Führerschein noch frisch war. Ende Suizid.

      Sie schenkten mir einen nur kurzen, aber intensiven Blickkontakt und waren ein bekannter Schauspieler.

      Wegen dir nahm ich Sprechtraining, weil ich dich mit meiner Stimme nicht erreichte.

      Du warst immer für mich. Du hast mich bekocht, für mich genäht und hast mir Geborgenheit geschenkt. Du fehlst mir besonders.

      Du hast oft an mich gedacht und mich immer wieder Kleinigkeiten geschenkt. Sie erinnern mich an dich. Mir war es ein Bedürfnis, die Trauerrede zu halten.

      Sie waren immer für einen Scherz zu haben. Wir teilten die Freude am Dichten. Wir waren einander Publikum und vor ihrer letzten Vorstellung auf dem Friedhof lernte ich Sie von ihrer Familie viele Seiten noch kennen, die mich berührten und freuten.

      Du gabst mir die Chance, mich beruflich auszuprobieren.

      Du hast mir vermittelt, dass ich richtig bin. Davon zehre ich heute noch.

      Nach einem traumatischen Erlebnis waren Sie für mich da und halfen so, zu heilen.

      Du schenkest mir viel Aufmerksamkeit für mein Leben und Dinge, die mich oft an dich erinnern

      Dir verdanke ich die Inspiration für ein Gedicht.

      Durch dich lernte ich mich abzugrenzen.

      Deine warme Art und Interesse ließen mein Herz höherschlagen. Ich liebte deine Kreativität.

      Stopp. Vom langen Erinnerungsbad, gemeinsam mit so vielen Menschen ist meine Haut ist schon ganz schrumpelig. Dunkelbunt bleibt die Erinnerung an all die Dinge, Momente, Gefühle und Erinnerungen mit eurem Leben und Tod. Ich fühle mich reich beschenkt.  Ihr habt mich inspiriert, getröstet. motiviert, bereichert, gestärkt, bestätigt, gesehen und ermutigt. DANKE. Ich mache noch mit dem Leben  weiter hier. Ich wende mich wieder dem JETZT und der ZUKUNFT zu. Ob ich auch ein Geschenk für andere bin? Wer weiß.

      Bei meinem Ende lasst es krachen
      Sollt ihr weinen und auch lachen
      Was gab es für verrückte Geschichten
      die kann der Tod doch nicht vernichten
      Kann ja sein, es ist beschissen
      Vielleicht gibt’s Schmerzen des Vermissen
      Dann lasst Sekt und Tränen fließen
      Remember me – bitte genießen
      Bitte macht lebendig weiter
      neben Trauer auch viel heiter.

       

      Maz 8.11.2023 Maz Havelland