Gewinnen durch Spinnen (Teil 1)
Wie Vernetztes Denken und Netzwerke meine Arbeit tragen
Von Antje Remke, Coach für Hochsensibilität · veröffentlicht am 6. Dezember 2023 · aktualisiert am 24. September 2026
Kurzfassung: „Spinnen“ meint hier nicht das Tier, sondern kreatives, manchmal absurdes Denken: Ideen entwickeln, Menschen vernetzen, schreiben und lachen. Antje Remke, Coach für Hochsensibilität, beschreibt, was Spinnen im Coaching, beim Schreiben und im Netzwerk bewirkt. Sie zeigt auch, welche Begegnungen ihren Weg seit 1977 geprägt haben. Die Fortsetzung steht in Teil 2.
Was bedeutet „Spinnen“?
Ich spinne sehr gerne. Dieses Motto gibt es von mir als Magnet, und ich genieße die Freude meiner Kund:innen, wenn sie ihn geschenkt bekommen. Spinnen heißt für mich: Ideen entwickeln, Unerwartetes zulassen und Verbindungen schaffen. Vor den Tieren habe ich keine Angst. Wolle habe ich vor vielen Jahren in den Niederlanden einmal gesponnen.
Hochsensibilität und die Last der letzten Jahre
Bei hochsensiblen Menschen hallt vieles, was sie erleben, lange nach. Das kann ein Geschenk sein, wenn ich mich an intensive, schöne Momente erinnere. Es kann aber auch eine Last sein: In den letzten Jahren hat sich vieles verändert, und es passiert so viel Verrücktes, dass die Leichtigkeit manchmal verloren geht. Dann ist es ein Geschenk, andere zu treffen, meist ebenfalls Hochsensible, die einander erinnern: Wir sind anders und damit nicht allein.
„Ja ich spinne“: Audio und Textauszug aus Crossover
Audio: „Ja ich spinne“ von Antje Remke (aus dem Hörbuch Ansteckend)
„Herrlich, ich bin verrückt, ich begeistere mich noch, spreche noch Menschen an. Ich stelle noch Fragen, denke kreuz und quer und mache Quatsch. Wo sind die anderen Verrückten? Schon alle eingesperrt in der Psychiatrie, weil die Normalen sich vor den Verrückten fürchten? Werde ich auch bald eingewiesen? Wie kann ich das verhindern? Sicherheitshalber doch selbst auch normal sein? Vorsichtig halte ich Ausschau nach anderen Verrückten. Ganz selten finde ich sie. Es ist zum Verrücktwerden.“
Der Text stammt aus meinem Buch Crossover. Ich arbeitete täglich daran, nicht verrückt zu werden.
Ja ich spinne
Menschen und Netzwerke, die mich geprägt haben
- Kindheit: Ausgewanderter Onkel in Australien. Er motivierte mich, als Kind in der DDR in einer Kleinstadt Englisch zu lernen, ohne zu ahnen, dass ich einmal dorthin reisen würde.
- Kindheit: Mein kreativer und humorvoller Vater. Mit seiner Poesie, Kreativität und seinem Humor hat er mich beeinflusst.
- 1977: Meine Katechetin lud mich zu einer Rüste (Freizeit der Evangelischen Kirche) ein. Ich war neun und begeistert. Die Welt wurde Jahr für Jahr bunter und größer.
- 1984: Gespräch mit einer Sozialfürsorgerin. Ich sollte Krankenschwester werden, als Voraussetzung für den Beruf als Sozialfürsorgerin.
- 1991: Ein Freund, der ohne Abitur Sozialarbeit studierte. Ich tat es ihm gleich.
- 1997: Seminar, in dem wir den idealen Arbeitsplatz visualisierten. Ich bekam exakt die passende Stelle angeboten.
- 2008: Tipp in meiner Arbeitslosigkeit. Ich machte mich selbständig.
- 2009: Hinweis von einer Mutter, die das Frühstück für Mütter in Elternzeit mit ihrem Kind besuchte. Seit 2009 leitete ich die Gruppe „Übung macht die Meisterin“ im Frauenzentrum Marie.
- 2013: Die bisherige Leiterin einer Schreibgruppe wollte aufhören. Sie bot mir die Leitung an, und ich übernahm.
- 2015: Einladung zu einem Abend über Hochsensibilität. Seitdem weiß ich, dass ich hochsensibel bin.
- 2019: Rückmeldung zu meiner nüchternen Webseite. Mit ihm entstand das Design, das sich bis heute weiterentwickelt. Das meiste bearbeite ich inzwischen selbst.
- 2020/2021: Die Frage „Willst du nicht ein Buch herausbringen?“ 2021 erschien Wirksame Worte.
- 2021: Empfehlung für den Chor Weinberg Voices. Ich sang dort bis 2025.
- 2021: Mein Netzwerk. Mein Sohn fand darüber einen Job.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Spinnen“ bei Antje Remke?
Kreatives, manchmal absurdes Denken: Ideen entwickeln, Menschen vernetzen, schreiben und Leichtigkeit finden. Gemeint ist nicht das Tier.
Wie setzt sie Spinnen im Coaching ein?
Sie teilt spontane, teils absurde Einfälle mit Kund:innen, die oft passen, und nutzt die Visualisierung des idealen Arbeitsplatzes als Methode.
Was hat Spinnen mit Hochsensibilität zu tun?
Hochsensible erleben vieles intensiv und lange nachhallend. Spinnen und der Austausch mit anderen Hochsensiblen bringen Leichtigkeit und das Gefühl, nicht allein zu sein.
Wo geht es weiter?
In Teil 2.
Weiterlesen
- Interesse wecken: Neugier, Resonanz und Humor
- Wer nicht fragt bleibt dumm: die Kunst des Fragens
- Hochsensibles Schwarmwissen: Wissen und Ressourcen vernetzen
- Kreative Kraftquellen: kreative Impulse für Hochsensible
- Provokative Therapie: Im Ernstfall mit Humor
Fazit
Es ist ein Genuss, dies zu reflektieren und Zusammenhänge zu entdecken. Es hat aber auch einen bitteren Beigeschmack, weil einiges vorbei ist und manches anders läuft, als ich es mir ausspinne. Ich spinne trotzdem weiter.
„Frau Remke war mir eine wichtige Begleiterin. […] Ich bin ihr sehr dankbar dafür, dass ich angenommen wurde, wie ich bin.“ „Kundin im Coaching, 2022“]
Weitere Stimmen zu meinem Coaching findest du auf der Seite Referenzen.