Hochsensibilität: Was frühe Erfahrungen mit uns machen
Durch meine Trauer um meinen Vater kam ich mit verschiedenen Menschen ins Gespräch. Der Austausch war ehrlicher, offener, tiefer, verletzlicher. Alle teilten ihre Verlusterfahrungen. Mir wurde der Zusammenhang zwischen facettenreichen Herausforderungen als Kind und dem hochsensiblen Erwachsensein noch deutlicher. Ich möchte weiter auf die Hochsensibilität aufmerksam machen. Vielleicht wächst so etwas das Verständnis für unser Anders Sein. Vielleicht wird mehr Rücksicht genommen.
Kind sein, ohne gesehen zu werden
Das ist eine Sammlung von Kindheitserfahrungen aus meinem eigenen Erleben und dem anderen hochsensiblen Menschen aus meinem beruflichen und privaten Umfeld die uns prägten. Beim Schreiben fühle ich meine und die Geschichten unzähliger Kinder. Das berührt mich, stimmt mich traurig und motiviert mich, darüber zu schreiben.
- Bedürfnisse, die niemand erkannte.
- behinderte Geschwister, die besondere Fürsorge brauchten.
- Depression der Eltern
- Eltern, die durch den Schmerz und die eigene Trauer Kinder nicht trösten konnten.
- Eltern, die selbst so verletzt waren, dass sie ihre Kinder nicht trösten konnten.
- „Heul nicht!“
- keine Bezugspersonen, die ihnen Stabilität und Schutz boten
- keine Eltern, die ehrlich ihre Gefühle teilten
- Krankheit der Eltern
- Mutter in der Psychiatrie
- narzisstische Eltern
- Scheidung
- „Sei nicht so laut.“
- Tod eines Elternteils (Suizid)
Viele Kindern wurde vermittelt, dass mit ihnen stimmt etwas nicht. Sie lernten nicht ihrer Intuition zu vertrauen. Die kindliche Neugierde wurde gebremst. Viele bauten Mauern auf, um sich zu schützen. Bei mir war es der Humor. In meiner Kindheit gab es 2 ältere Frauen, in deren Gegenwart ich mich sicher fühlte und mich entspannen konnte.
Ich beobachte unterwegs, dass ganz selten Eltern ihre Kinder sehen, mit ihnen im Austausch sind.
Aus hochsensiblen Kindern werden Erwachsene
Eine Auswahl aus Erfahrungen
- Beziehungen mit narzisstischen Partnern
- Beziehungen, die plötzlich abkühlen oder abbrechen.
- Einsamkeit
- Eltern, die einen nicht verstehen
- Experten (Ärzte, Therapeuten etc.) die einen nicht ernst nehmen)
- Fehlende verbindliches Netzwerk
- Fehlgeburten
- Ideen, die ignoriert werden.
- Kaiserschnitt
- Keine Menschen, die wirklich sehen, was in ihnen vorgeht
- keine Mentoren
- Kontaktabbruch vom Kind
- Mobbing, Kündigungen, Abwertung
- Rückzug
- Tod eines Partners
- unerhörte Trauer
- Unverbindlichkeit
- Zerstörerischer Einfluss emotionaler Kälte
Theater, Theater Katja Ebstein 1980
Inzwischen weiß ich, warum das Lied mir in Erinnerung blieb. Es waren diese zwei Zeilen.
Wie schön du bist Sarah Corner“
Ich seh dich
Hinter den Mauern, ja, ich seh dich.“
Die Auswirkungen
- Einsamkeit: „Es gibt niemanden, mit dem ich darüber reden kann.“
- Erschöpfung
- Flucht aus der Großstadt
- Gefühl, anders zu sein – ohne Sprache dafür
- Schwierigkeiten, sichere Beziehungen aufzubauen
- Verlust von Selbstvertrauen
- Viele Jahre Therapie, um „wieder zu funktionieren“
- Zweifel an der eigenen Wahrnehmung
- Sie werden übersehen, weil sie oft leise sind.
- Sie gelten als „anders“ oder „zu empfindlich“.
- Ihre Wahrnehmung als Übertreibung.
- Fehlende Bereitschaft zur Verständigung
- Ihre Verletzlichkeit als Schwäche.
- Ihre Bedürfnisse werden als Zumutung empfunden
- Missverständnisse
- eine verbindlichen Verbindungen.
- Keine Sicherheit
- Rückzug
- Suizid aus meiner Zeit als Krankenschwester erinnere ich mich an 2 sanfte introvertierte Ärzte
- siehe auch Hochsensibel in Berlin
- Überforderung
Ich habe das auch erlebt. Meine Ideen wurden ignoriert, Ablehnung, Abkühlung und Abbruch von Beziehungen die mal nah und intensiv waren. Unverbindlichkeit, fehlende Bereitschaft zur Verständigung
Was Hochsensible wirklich brauchen
- Sicherheit.
- Menschen, die zuhören, statt bewerten.
- Räume, in denen Tränen fließen dürfen.
- Mentoren, die Halt geben.
- Beziehungen, die nicht weglaufen.
- Das Gefühl: „Du bist richtig.“
- Menschen, die wie Momo zuhören.
- „Wie geht es dir?“
- Resonanz
- Orte, an denen sie Menschen treffen, die sie wirklich sehen Oasenwochenende, Oasennachmittag, Treffen mit Hochsensiblen.
- Im Coaching zeigt sich das sofort: Menschen entspannen, weinen, kommen bei sich an. Wenn Seelen sich erkennen, entsteht ein Geschenk
- den Menschen das Gefühl zu geben dass sie richtig sind
- „Ich weiß genau, was du meinst
- andere, die sich auf einer tiefen Ebene austauschen
- Interesse aneinander
- tröstende Arme
Wenn Seelen sich erkennen
„Ich sehe dich und du siehts mich und du siehst dich und du siehst mich, wir sehen uns, und dass genießen wir.“
Dankbarkeit, Entspannung, Lachen, Weinen, Gänsehaut, Spinnen, Wärme, Wachsen, Zeigen sich
Resonanzsehnsucht
Ein berührender Text über Resonanzsehnsucht, echtes Gesehenwerden und die Kraft von Begegnungen. Mit Impulsen zu „Sawubona“, Einsamkeit, Kompetenzdemenz und den Geschenken, die entstehen, wenn Hochsensible sich sicher fühlen und aufblühen
WIE GEHT ES DIR WIRKLICH?
Ein persönlicher Beitrag über die Frage „Wie geht es dir – wirklich?“: über echtes Interesse, Erschöpfung, Rückzug und die Sehnsucht nach aufmerksamen Begegnungen. Mit Gedanken zu Sichtbarkeit, Hochsensibilität und dem Mut, sich ehrlich mitzuteilen.
Was fehlt, wenn Fachkräfte nie lernen, Hochsensibilität zu erkennen?
Dass Hochsensibilität in Kitas, Schulen, im Studium, in Therapie und Medizin noch immer kaum eine Rolle spielt, ist kein kleines Detail – es prägt Biografien. Menschen, die sich nie gesehen fühlten, lernen auch nicht leicht, andere zu sehen. Im nächsten Blogbeitrag schreibe ich darüber, warum genau das so folgenreich ist – und was sich dringend ändern muss.“
Fazit
Frühe Erfahrungen prägen hochsensible Menschen tief – besonders dann, wenn ihre Bedürfnisse übersehen, ihre Wahrnehmung abgewertet oder ihre Gefühle nicht gehalten wurden. Wer als Kind keinen sicheren Platz hatte, trägt diese Unsicherheiten oft bis ins Erwachsenenleben weiter: in Beziehungen, in die Arbeit, in die eigene Selbstwahrnehmung.
Doch genau darin liegt auch die Chance: Wenn Hochsensibilität verstanden und ernst genommen wird, können alte Muster heilen. Menschen finden Worte für das, was sie lange allein getragen haben. Sie erleben Resonanz statt Zweifel, Zugehörigkeit statt Rückzug.
Hochsensibilität sichtbar zu machen bedeutet deshalb mehr als Aufklärung – es bedeutet, Biografien zu entlasten und Räume zu schaffen, in denen Menschen sich endlich richtig fühlen dürfen.


0 Comments