Gebrauchsanleitung für den Umgang mit Hochsensiblen
Als ich das erste Mal davon hörte „Gebrauchsanleitung für Hochsensible“ schmunzelte ich über die Idee. Beim Schreiben ist mir das Lachen vergangen, weil ich die Folgeschäden bei mir und vielen hochsensiblen Menschen immer wieder erlebe. Ich wünsche mir ein achtsameres miteinander. Hier sind einige Ideen. Da wir facettenreich sind, gelten nicht alle Punkte für alle. Sie dienen als Auswahl für mehr Verständnis um mit Hochsensiblen in s Gespräch zu kommen. Es gibt leider noch so viel Vorbehalte, Unverständnis. Das Ausbrechen in Tränen nervt und überfordert.
Von A bis Z
- Ablenkungen stressen mich (Radio, Handy, Aktionismus). Bitte fokussiere dich auf mich.
- Akzeptiere meine Grenzen. Nimm sie bitte nicht persönlich.
- Berührungen können uns Sicherheit vermitteln.
- Bitte PKW statt LKW paar kurze Sätze statt langer komplizierter Worthülsen.
- Bitte sei pünktlich.
- Ein „Alles ist okay“ hilft mir, mich zu entspannen.
- Ein ruhiger, respektvoller Ton hilft mir, mich sicher zu fühlen.
- Ermutige mich, meine Kreativität zu entfalten
- Es ist ein großes Geschenk, wenn du meine Intuition auch ernst nimmst.
- Frag nach, statt zu deuten. Ich nehme viel wahr, aber nicht alles ist sichtbar. Ein einfaches „Wie geht es dir wirklich“ öffnet Türen.
- Gib mir bitte die Zeit zum Rückzug. Ich brauche sie zum Verarbeiten und Energietanken.
- Gib mir die Zeit zum Entscheiden, ich muss erst alles in Ruhe durchdenken.
- Höre mir bitte wirklich zu.
- Hunger macht mich wortarm, reizoffen und schneller erschöpft. Wenn ich sage „Ich brauche etwas zu essen“, dann ist das kein Luxus. Es ist Selbstregulation.
- Ich bin sehr empathisch. Ich bin nicht verantwortlich für alle Gefühle im Raum. Auch wenn ich sie wahrnehme. Bitte erinnere mich daran, wenn ich beginne, zu viel zu tragen.
- Ich brauche Struktur und eine Orientierung, was mich erwartet.
- ich fühle intensiver, Nimm es ernst, ohne es groß zu machen.
- Ich fühle nicht „zu viel“. Ich fühle einfach.
- Im Restaurant brauche ich einen Sitzplatz, an dem ich mich wohl und sicher fühle.
- Kritik braucht Achtsamkeit. Ich nehme Worte tief auf. Wenn du etwas ansprichst, tu es konkret, respektvoll und ohne Härte.
- Lass mich bitte ausreden und beziehe dich auf das, was ich sage.
- Reich mir bitte ein Taschentuch, wenn ich weine. Weinen ist ein heilsames Ventil.
- Sag, was du meinst — und sag es liebevoll.
- Smalltalk strengt mich an. Ich liebe tiefe und echte Gespräche.
- So wie Blicke töten können, können wohlwollende warme mich entspannen.
- Sprich bitte leise mit mir,
- Überraschungen bitte nur in homöopathischen Dosen.
- Unsere Resonanzsehnsucht ist groß.
- Zuverlässigkeit gibt mir Sicherheit.
Hochsensibilität und Sicherheit
„Positive Psychologie erweitert den Blick vom Schweren hin zu Stärken, Sinn und Zuversicht. Für hochsensible Menschen ist das besonders wertvoll: Sie nehmen Resonanz, Feinheiten und Bedeutung intensiver wahr. So wird Sensibilität zur Ressource, die innere Stabilität, Klarheit und Aufblühen ermöglicht.“
Fazit
Wir sind facettenreich. Mir sind inzwischen sehr viele Hochsensible mit vielseitigen Geschichten und Erfahrungen begegnet. Das Umfeld hat einen riesigen Einfluss. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Gebrauchsanleitung als Brücke wirken könnte. Ergänzungen und Fragen sind willkommen.
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