Die Gedanken sind frei
Ich denke über vieles nach. mich erreichen Erfahrungen, Texte und Melodien auf einer anderen Ebene. Vor über 25 Jahren begeisterte mich das Neurolinguistische Programmieren. Die Idee, dass es möglich ist, uns neu zu programmieren. vor 2008 startete ich mit meinen Coching Denken neu lenken. Mit dem Wissen um meine Hochsensibilität (seit 2015) kam etwas ganz Neues dazu. Die Intensität ist ein Geschenk und fordert mich. Heute teile ich einige meiner Überlegungen zum Denken. Geschrieben im Lockdown, der mich sehr forderte. Veröffentlicht in meinem 2. Buch Crossover. Eine brachte mich darauf, dass es Poesietherapie ist. Es bleibt eine Herausforderung das Denken neu zu lenken. Manche Gedanken traue ich mich nicht immer zu denken. Ich übe mich. Ich auch aufgeregt, meine Gedanken hier zu teilen.
Die Gedanken sind frei – das Lied tauchte in meiner Erinnerung dazu auf. Es ist eine sehr wirksame Inspiration. Genauso wie Konstantin Wecker.
Kontext der Entstehung
Kontext der Entstehung
„Die Gedanken sind frei“ entstand um 1780, Der Text tauchte damals erstmals auf Flugblättern auf – anonym, ohne bekannten Autor. Also ist er fast 250 Jahre alt.
Ende des 18. Jahrhunderts war Europa geprägt von Aufklärung, Zensur, politischer Kontrolle und wachsendem Wunsch nach persönlicher Freiheit. Das Lied spiegelt die Unantastbarkeit der Gedanken und die Freiheit des Denkens feiert. Gedanken können nicht gefangen werden, selbst wenn Menschen eingesperrt oder verfolgt werden.
Zwischen 1810 und 1820 entstand die heute bekannte Melodie in der Sammlung Lieder der Brienzer Mädchen in Bern.
1842 griff Hoffmann von Fallersleben das Lied auf und veröffentlichte die Version, die heute am weitesten verbreitet ist.
Die Strophen
„Die Gedanken sind frei“
1. Strophe
Die Gedanken sind frei, wie nächtliche Schatten,
die Gedanken sind frei.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen
mit Pulver und Blei:
Die Gedanken sind frei!
2. Strophe
Ich denke, was ich will und was mich beglücket,
doch alles in der Still’ und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!
3. Strophe
Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,
das alles sind rein vergebliche Werke.
Denn meine Gedanken zerreißen die Schranken und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei!
4. Strophe
Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen
und denken dabei:
Die Gedanken sind frei!
Ich habe dieses Lied schon als Kind gesungen. Nun höre ich es noch mal mit ganz anderen Ohren. Unglaublich wie aktuell es ist.
Konstantin Wecker 2015
Die Gedanken waren frei
Bei der Suche stieß ich auf den Konzertmitschnitt mit Konstantin Wecker von 2015 mit seinen Gedanken zum Denken.
Neben dem Text freute ich mich auch sehr über seine Kette.
Gedanken machen
Gedanken machen
Gedanken machen oft einfach, was sie w0llen. Sie führen ein Eigenleben. Besonders selbstbewusst und manipulativ sind all die, die uns liebend gern das Leben schwer machen. Meist düster gekleidet verbreiten sie geschickt ihre schweren Überzeugungen. Das wird sowieso nichts. Probiere es erst gar nicht. Andere sind viel viel besser. Du wirst wieder scheitern. Das ließe sich endlos fortsetzen. Sie sind so geschickt, alles destruktiv zu steuern. Die Auswirkungen sind fatal. Es ist beängstigend.
Aber meist im Verborgenen gibt es da auch noch andere. Oft schwer zu finden, dass sie sich meistens zurückhalten und sich verstecken. Aber manchmal, wenn sie unter sich sind, tauen sie auf. Sie schmücken sich mit ihren bunten Kleidern. Irgendwann fängt immer jemand an zu singen und nach und stimmen alle mit ein. Kann schon anstecken. Was für eine Stimmung. Wenn sie ganz übermütig sind, machen sie sich über die schweren Gedanken lustig. Ja und sie sind dann sicher, dass das Leben schön ist. Es gibt so viel Tolles zu entdecken.
Und ich? Was mache ich? Ich werde mir darüber mal Gedanken machen.
Unter dem Schädel
Unter dem Schädel
Blitzschnell ist da immer was los. So schnell kann ich gar nicht gucken. Gerade voll konzentriert am Denken und Arbeiten und plötzlich klingelt das Telefon. Alarm, Alarm, der Puls schnellt in die Höhe, bevor ich bis drei zählen kann. Wer will da was von mir? Habe ich was verbrochen? Muss ich ganz schnell mich um etwas kümmern, wonach mir gerade gar nicht ist? Meldet sich da jemand und sagt, dass meinen Kindern etwas passiert ist?
Man, bin ich phantasievoll. Erstarrt schaue ich auf das Display. Und? Greife mir mutig ein Herz und melde mich ängstlich bei der unbekannten Nummer. Am anderen Ende höre ich dann die vertraute, fröhliche Stimme meiner besten Freundin: „Helma, mein Bruder hat mir seinen Apparat geborgt, um mich kurz bei dir zu melden. Ich freue mich so sehr auf unser Picknick nächsten Sonntag. So, nun lass dich nicht stören. Tschüßi.“
Mir fällt langsam wieder einmal ein riesengroßer Stein vom Herzen. Immer wieder passiert es mir. Wünschte ich wäre cooler, wenn es klingelt. Ich gebe die Hoffnung mit mir nicht auf. Oh, es läutet an der Tür …
Aushalten
Aushalten
Aushalten, den Gefängnisaufenthalt. Ich sagte, was mich beschäftigt.
Aushalten, die Tage verstreichen im Einerlei. Einer tut dem andern gleichen.
Aushalten, die Mithäftlinge, meckern nur und haben ihr Strahlen verloren.
Aushalten, die Menschen gehen nicht aufeinander zu.
Aushalten, es ist hier so eng.
Aushalten, mein Warten auf Entfaltung.
Aushalten, es ist niemand da, der sich von meiner Begeisterung anstecken lässt.
Aushalten, ich bekomme keine Farbe, um meine Wände farbig zu gestalten.
Aushalten, die ständigen polternden Geräusche und der Befehlston der Wärter.
Aushalten, abhängig vom Wohlwollen der anderen zu sein.
Aushalten, es gibt täglich Einheitsbrei.
Aushalten, dass das Essen mich nicht nährt.
Aushalten, nur 10 Minuten Ausgang auf dem dunklen Hof.
Aushalten, das anhaltenden Schweigen über das, was mich bewegt.
Aushalten, das Unterdrücken meiner Gefühle und Impulse. Aushalten, die Unterbrechungen beim Schreiben.
Aushalten, wöchentliche Pflichtbesuche langweiliger Theaterstücke.
Ich halte das nicht mehr aus. Bloß raus hier. Ich breche aus.
Bewegen
Bewegen
Bewegungslos, soweit das Auge reicht Hindernisse. Unbeweglich steif vor Schmerzen, ohne Denken doof im Kopf und gefühlskalt. Bleibt das so? Es gibt eine Initiative für mehr Bewegung. Wie bewege ich wieder meine Emotionen, Muskeln und Gedanken? Da kommt ganz schön was in Bewegung. Also aufstehen, endlich wieder bewegen. Meinen Körper bewegen, dehnen und genüsslich strecken.
Meine grauen Zellen lieben es, wenn sie blitzschnell hin und her und kreuz und quer flitzen können und andere treffen. Da geht es ganz schön hoch her. Auja, kunterbunt Spinnen und Denken. Und meine Emotionen? Ja sie fließen, wenn Begegnungen beleben, Ideen begeistern, Lachen mich ansteckt, Worte wärmen, Düfte Erinnerungen wecken, wir hörend miteinander singen. Auja. Es werden dringend Menschen gesucht, die sich der Initiative anschließen.
Düstere Aussichten
Düstere Aussichten
Die Menschen perfektionierten sich darin, sich das Leben schwer zu machen. Es gab da verschiedene Disziplinen. Beliebt war es, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Immer vom Schlimmsten ausgehen war auch verbreitet. Höflich miteinander umgehen, ging gar nicht mehr. Sich wirklich in die Augen zu schauen, kam auch nicht mehr vor. Angesagt war das Kommunizieren ausschließlich von Destruktivem. Auf keinen mal ehrlich teilen, wie es einem wirklich geht.
Die Menschen stellten sich selbst und andere nicht mehr die Frage. Reagieren auf Wünsche selbstverständlich total verpönt, wäre ja noch schöner, dem anderen einen Gefallen zu tun. Alle lebten isoliert und bewegten sich schwerfällig durch die Zeit. Sie vergaßen, was Spaß machte. Die Bereitschaft, einander zu verstehen, war erloschen. Wer es am längsten mit Schweigen und Ignorieren aushielt, galt als Held.
Nur ganz wenige Menschen hielten sich nicht an die Regeln und verwirrten die Massen mit ihrem Verhalten. Ob sie was ausrichten können?
Fragen
Fragen
Die Fragen wunderten sich, wieso sie so selten gestellt werden. Seltsam seltsam. Wieso bedienten sich die meisten Menschen sich nicht ihrer – sehr fragwürdig? Die Menschen versuchten, sich fast ausschließlich mit Aussagesätzen zu verständigen. Sie monologisierten sie, bis beide Seiten gähnten und spürten nicht, was komplett daneben lief.
Missverständnisse waren an der Tagesordnung. Die Fragen erkannten den Wahnsinn. Sie setzten sich zusammen, um Slogans zu formulieren. Hofften, dass sie die Menschen noch rechtzeitig erreichen würden, um größeren Schaden abzuwenden.
„Wer fragt gewinnt.“
„Wie geht es dir? Wie geht es mir?“
„Frage Sätze, finde Schätze.“
„Bitte ersetze Aussage- durch Fragesätze.“
Die Menschen riefen „So ein Blödsinn!“, „Immer diese merkwürdigen Demos“, „Die wollen nur Ärger“, „Die haben doch nur Langeweile“.
Fassungslos reagierten die Fragen. Wollten oder konnten die Menschen es nicht kapieren? Wenn das so weiter ging, würde die Angst vor der Zukunft wachsen. Noch gaben die Fragen die Hoffnung nicht auf. Ob sie wohl noch Menschen fänden, die ihren Wert erkennen?
Herrlich, ich bin verrückt
Herrlich, ich bin verrückt
Ich begeistere mich noch, spreche noch Menschen an. Ich stelle Fragen, denke kreuz und quer, mache Quatsch. Wo sind die anderen Verrückten? Schon alle eingesperrt in der Psychiatrie, weil die Normalen sich vor Verrückten fürchten? Werde ich auch bald eingewiesen? Wie kann ich das verhindern? Sicherheitshalber doch auch selbst normal sein. Vorsichtig halte ich Ausschau nach anderen Verrückten. Ganz selten finde ich sie. Es ist zum Verrücktwerden.
Kreativität macht schlank
Kreativität macht schlank
Bei Facebook postete neulich jemand: „Wenn Du Deine Kreativität und Dein Talent vergeudest, macht sich dies durch Gewichtszunahme bemerkbar.“
Ist das nicht genial, wie wir Einfluss auf unsere Figur haben. Kreativ Kalorien verbrennen? Zwei Fliegen mit einer Klappe, großartig.
Ich höre deutlich die hartnäckigen, skeptischen Einwände. „Ich bin nicht kreativ“ oder „Ich habe keine Talente“ oder „Dafür habe ich keine Zeit“ oder „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ oder „Das mache ich, wenn die Kinder aus dem Haus sind“ oder „Es interessiert doch eh keinen“ oder „Andere sind viel besser“ oder „Ich bin so erschöpft“ oder „Ich fühle mich gestresst“. Irgendeinen vergessen?
So und jetzt? Du kannst entscheiden, zunehmend mehr gelebte Kreativität und abnehmende Kilos, oder alles bleibt, so schwer wie immer.
Hilfe ich bin normal
Hilfe, ich bin normal
Was heißt es, normal zu sein? Ist es normal, dass ich noch Fragen stelle? Normal, dass mir manches den Schlaft raubt? Normal, dass ich denke und fühle, ein Mensch bin?Ist es normal, etwas zu schreiben? Normal, meinen Impulsen zu folgen? Ich oft keine Lust auf Haushalt habe? Für mich ist vieles normal. Gibt es eine Verordnung, so wie das Grundgesetz? Normal ist es, anders zu sein. Findest du das normal?
Gedanken denken
Mich berühren, schmerzen, ermutigen und inspirieren unzählige Menschen, die frei denken wollten und dachten bei vielen Widerständen. Manche erreichten etwas damit. Aber leider endeten unzählige Geschichten tödlich. so wie bei den Fluchtversuchen aus der DDR bis 1989. Es hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Wenigsten für mich bleiben die Gedanken frei. Und manche teile ich weiter.
08.08. 2026 erzählt mir eine Pflegerin, dass eine demente Frau alle Strophen immer wieder singt.





0 Comments