...

Antje Remke

Coach für Hochsensibilität

Meine Ost – West Geschichte

Meine Ost – West Geschichte

Meine Ost – West Geschichte

 

Meine Ost‑West‑Geschichte ist eng mit meiner Hochsensibilität verbunden. Als ich 2020 im digitalen Erzählsalon „30 Jahre deutsche Einheit“ sprach und die Berliner Zeitung darüber berichtete, wurde mir bewusst, wie prägend diese Zeit für meinen beruflichen und persönlichen Weg war. Vom Aufwachsen in Rathenow über die Wende bis hin zu meinem heutigen Arbeiten als Coachin zeigt meine Biografie, wie aus Umbrüchen neue Stärke entstehen kann. Dieser Beitrag lädt dazu ein, die eigene Geschichte neu zu betrachten – sensibel, mutig und mit offenem Blick für Entwicklung.

Warum eine Krankenschwester aus Rathenow wegging

 

Erzählsalon „30 Jahre deutsche Einheit: Deine Geschichte – Unsere Zukunft“ Berliner Zeitung Juni 2020 vonJulia Haak | Berliner Zeitung

Schwester Antje

Eigentlich wollte Antje Remke nicht in den Westen gehen. Jedenfalls nicht in den Tagen direkt nach dem Mauerfall, als es um sie herum immer einsamer wurde , weil ihre Kolleginnen den Job kündigten, um  aufzubrechen und das neue unbekannte Deutschland kennenzulernen. Antje Remke war damals 21 Jahre alt und Krankenschwester im Kreiskrankenhaus in der Rettungsstelle am Kreiskrankenhaus in Rathenow im Havelland. Sie blieb erstmal. Und dann wurde alle anders. Ihr Berufsleben, ihr Leben überhaupt.

Heute ist sie 52 Jahre alt. Sie arbeitet immer noch im sozialen Bereich, aber nicht mehr als Krankenschwester. Seit 2008 bietet sie anderen Menschen Lebenshilfe an.

Antje Remke erzählt davon, was alles anders wurde und wie und warum. Sie ist einer von 9 Menschen, die an diesem Dienstag ihre Erfahrungen im digitalen Erzählsalon teilen werden. Das Gespräch ist Teil der Veranstaltungsreihe „30 Jahre deutsche Einheit: Deine Geschichte – Unsere Zukunft“ der Germanistin Karin Rohnstock, welche die Berliner Zeitung live überträgt. Es geht darum, Menschen mit ihren Geschichten ernst zu nehmen. Sie erzählen zu lassen von ihren Erfahrungen. sie miteinander ins Gespräch zu bringen. Und anderen Menschen die Gelegenheit zu geben, daran teilzuhaben. Man kann live dabei sein, immer dienstags um 18 Uhr. Am 16. Juni geht es los.

Antje Remke spricht gern über ihr Leben, wenn man sie anruft, und nach ihrer Geschichte fragt und nach ihrer Arbeit. Authentisch sein, unverstellt, auch über das reden, was nicht klappt, das ist es, was sie will. Nicht nur ein Rädchen im Getriebe sein, vielleicht verbirgt sich das hinter ihren Worten.

Rohnstockbiographien
Schwester Antje
Antje Wende

Schritte nach der Wende

Damals, in den ersten Tagen nach der Wende fuhr sie das erste mal nach West – Berlin. Vor der Gedächtniskirche sah sie einen Lastwagen, von dem „an die armen Ossis Schokolade verteilt wurde“.  So schildert sie es. „Das ist ein Bild, das ich bis heute noch vor mir sehe. Ich habe mich geschämt für die Ossis, die die Schokolade genommen haben“, sagt sie. Sie fühlte Scham, aber auch Verbundenheit. Sie wollte nicht die Ost – Krankenschwester sein, die in den Westen ging, um groß Gelde zu verdienen.

So war es 1991. Aber dann wurde ihr die Kleinstadt doch zu eng. Und das betraf auch ihren Job. Es kam der Moment, an dem ihr die Rathenower Rettungsstelle wie Arbeit am Fleißband vorkam. „Der Kontakt zu den Menschen fehlte mir. Ich habe alle nie wieder gesehen“, sagt sie. Ein bisschen Salbe drauf und guten Weg, dass war ihr zu anonym. Sie suchte im Berliner Stadtplan nach einem roten Kreuz, bewarb sich und landete in einer orthopädischen Klinik in Zehlendorf.

Aber auch in Zehlendorf hielt sie es nicht lange aus. Sie habe mehr gewollt, sagt sie. Krankenschwester sei sie eher zufällig geworden. Zu früh von der Schule abgegangen, eine falsche Entscheidung, wie sie heute findet. Als junge Frau im Westen standen ihr plötzlich alle Möglichkeiten offen. Die Wende sei das Beste gewesen, was ihr passieren konnte, sagt sie. 

    Weitermachen

    Sie wollte etwas für den Kopf. Abwechslung. Sie studierte Sozialarbeit in Karlshorst, fühlte sich wohl mit den neuen Eindrücken, den Erfahrungen bei der Berufserkundung. „Ich habe gemerkt. dass ich mich auf verschiedene Menschen einstellen kann, dass ich vielseitig und neugierig bin. Nach dem Studium hat sie dann lange für das Frauenzentrum „Evas Arche“ in Berlin gearbeitet.

    Das gefiel ihr. „Ich konnte mir etwas ausdenken, Gruppen leiten, die haben mich machen lassen“ sagt sie. Sie hat eine Familie gegründet, zwei Kinder bekommen. 10 Jahre hatte sie Spaß an der Arbeit. Allerdings sei die Stelle nicht mehr finanzierbar gewesen. „es hieß, prophylaktische Sozialarbeit sei nicht mehr wichtig“ sagt sie. Als Kolleginnen rieten, sich selbständig zu machen, entschied sie das auszuprobieren. Sie wurde Coach.

    Heute kommen Menschen zu ihr, denen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten fehlt, die Schwierigkeiten haben, sich zu entscheiden, sich überfordert fühlen, unverstanden. „Ich sehe jetzt die Menschen wieder. Sie kommen. Ich inspiriere sie und irgendwann gehen sie weiter. Sie hat lange Konatkt zu den Menschen, die sie behandelt, lernt sie gut kennen. es ist anders als in der Rettungsstelle eines Krankenhauses. Sie hat erreicht was, sie wollte.

    Antje Remke sagt über sich selbst, sie sei ein zuversichtlicher Mensch. Es werde sich alles finden. Immer wieder ergeben sich neue Möglichkeiten. Auf dies Weise bewältige sie alle Umbrüche in ihrem Leben, sagt sie, nicht nur im Beruf. (Julia Haak 2020) Einige Überschriften habe ich eingefügt. 

      3 + 5 =

      Oktober 2025

      Bei  alledem, was ich wahrnehme und erlebe,  hat es meine Zuversicht nicht immer so einfach. Aber ich habe mir ja u.a. mit meinen Texten und Gedichten vielseitige Erinnerungen geschrieben. 

      Mein Dasein als hochsensibler Coach

      Mein Dasein als hochsensibler Coach

      Mein Dasein als hochsensibler Coach

      Inhalt:

      • Im verflixten 7. Jahr
      • Freches Kind
      • Masken fallen lassen
      • Ich und die anderen
      • Ich bin nicht allein
      • Oasentage für Hochsensible
      • Intuition

      Wie bin ich? Was motiviert mich? Was mache ich?

      In meinem erstem hochsensiblem Blog  geht es erst einmal um diese drei Fragen. Ich möchte mich und meine Leser*innen nicht überfordern.

      Es dauerte länger als geplant. Aber wie viele andere bin ich vielseitig. Es kreisen immer unzählige Ideen, Gedanken und Gefühle durch mich. Es gibt Termine, den Alltag, die Kinder, viele Menschen und immer andere wieder Ablenkungen. Auch ich bin immer wieder gestresst. Nebenbei ist mein zweites Buch fast fertig. Die Überarbeitungen strengen mich an. Wenn ich zaubern könnte, würde ich das fertige Exemplar gern schon in den Händen halten. aber ich bin keine Fee und so muss ich da selbst mich bewegen. Aber heute mache ich Pause.

      Antje Remke

      Wie bin ich? Im verflixten 7. Jahr

      Sieben Jahre kennen wir uns inzwischen – meine Hochsensibilität und ich. Nein – wir stecken in keiner Krise. Wir haben viel miteinander gelernt. Vieles hat uns dabei unterstützt. Andere teilten ihre Erfahrungen. Wir haben viel ausprobiert. Austausch mit unzähligen anderen Menschen anderen tat und tut so gut.

      Vieles ähnelt sich, die Erfahrung, sich schon als Kind anders zu fühlen, kreativ zu sein und ein großes Ruhebedürfnis. Ich selbst brauchte in der ersten Klasse nach dem Unterricht meinen Mittagsschlaf, weil die Luft nach paar Stunden raus war. Das Lernen viel mir sehr leicht.

      Freches Kind

      Selten traf ich bis jetzt auf andere Hochsensible, die als Kind so frech waren, wie ich. Die meisten hörten, dass sie viel zu empfindsam sind. Ich selbst hatte und habe immer noch Humor. Inzwischen weiß ich, dass ich zeitig gelernt habe, meine Emotionen damit sicher zu verstecken. Kann ich immer noch, aber immer mehr zeige ich mich authentischer. Das bleibt aufregend, fühlt sich aber richtig an.

      Masken fallen lassen

      In meinem erstem Buch Wirksame Worte mit Texten und Gedichten, gibt es ein Kapitel das heißt Sichtbarkeit. Diese empfindsame Seite öffentlich von mir zu zeigen, ist nicht eine meiner leichtesten Übungen. Anders als viele andere, halte ich nicht hinter dem Berg, dass ich hochsensibel bin. Ich kann auch Smalltalk. Mütterlicherseits bin ich geprägt, auf unbekannte Menschen zuzugehen.

      Ich und die anderen

      So oft höre ich, wie andere Hochsensible privat und beruflich leiden. Aus eigener Erfahrung haben sie mein größtes Mitgefühl. Es drängt mich, Menschen zu ermutigen. Und wenn es gelingt, hüpft mein Herz vor Freude. „Vielen Dank das du für mich da bist und jetzt kann ich für das erste mal in meinem Leben, auf mein Geburtstag sagen : „ Ich bin stolz eine sensible Frau zu sein !“

      Ich bin nicht allein

      So oft höre ich im Coaching oder in meinen Kursen, dass sie noch keine anderen Hochsensible kennen, die sie verstehen und sich so oft alleine fühlen. So oft erlebe ich, wie sie aufblühen, wenn es Resonanz gibt. Wenn sie durch Fragen an ihre Talente und Wünsche erinnert werden. Die Erkenntnis „Ich bin nicht allein.“ nahm neulich eine Frau als Erfahrung aus einem Kurs mit anderen Hochsensiblen mit.
      Dies treibt mich immer wieder an, weiterzumachen, auch wenn ich selbst auch meine Herausforderungen habe.

      Inzwischen weiß ich, dass ich Erfahrungen sammeln darf, von denen viele andere später profitieren. Diese Sicht erleichtert es mir, es so anzunehmen.

      Malche Gästehaus

      9 + 1 =

      Oasentage für Hochsensible

      Ich sammele auch heilsame Erfahrungen, die ich immer wieder sehr gerne mit anderen Hochsensiblen teile. Immer wieder höre ich, wie dankbar mir viele sind, dass ich neben den Informationen auch einen Rahmen schaffe, unter sich zu sein. Ich genieße es so sehr zu inspirieren und die intensive Aufmerksamkeit zu beobachten und gemeinsame Lebendigkeit zu spüren.

      Im März lade ich ein zu einem neuen Format und freue mich auf ein gemeinsames Wochenende zum Auftanken. Von Freitag bis Sonntagnachmittag nehmen wir uns die Zeit für unsere Oase. Eine Auszeit für und mit anderen hochsensiblen Menschen. Vieles ist möglich mitten in der Natur. Resonanz, Input, Rückzug, Stille, Schreiben, Singen, Entfalten, Wandern. Gemeinsam gestalten wir uns ein wohltuendes stärkendes Wochenende. Die Oase ist die Malche. Es ist ein Missions – und Gästehaus und liegt östlich von Berlin. Wer auch noch dabei sein möchte, meldet sich sehr gern bis zum 1. März bei mir an. Wenn es vorab Fragen gibt, sehr gerne bei mir melden.

      Intuition

      Ich vertraute heute meiner Intuition, dass ich mich heute focusieren kann und der Blog fertig wird. Nichts konnte mich ablenken. Großartig. Ich wünsche allen immer wieder den Raum, das Vertrauen und die Muße. Ich lasse mich überraschen, wann mich meine wieder küsst.