1. Tag der Hochsensibilität in Berlin: Rückblick
1. Infotag am 1. November 2025
Von Antje Remke, Coach für Hochsensibilität · veröffentlicht am 3. November 2025 · aktualisiert am 18. Oktober 2026
Aktuell: Der 2. Infotag findet am Samstag, 31. Oktober 2026, von 11 bis 16 Uhr in der Bibliothek am Wasserturm statt. Eintritt frei, ohne Anmeldung. Alle Infos zum 2. Infotag
Kurzfassung: Am Samstag, 1. November 2025, fand in der Bibliothek am Wasserturm in Berlin-Prenzlauer Berg der 1. Infotag zum Tag der Hochsensibilität statt. Organisiert haben ihn Marion Rodenwald und Antje Remke, Coach für Hochsensibilität. Das Programm bestand aus zwei Impulsvorträgen, einer Lesung, stillen Ecken und einer Bücherauswahl. Nach meiner Recherche gab es so einen Tag in Berlin vorher noch nicht.
Hintergrund
Der 1. November ist der Geburtstag von Dr. Elaine N. Aron, der Pionierin der Hochsensibilitätsforschung. 2025 wurde sie 81 Jahre alt. Warum es den Tag gibt und wie die Idee in Berlin entstand, steht im Beitrag Tag der Hochsensibilität. Für mich war es auch ein persönliches Datum: Vor 17 Jahren, 2008, startete ich meine Selbständigkeit.
Das Programm im Überblick
- 11 Uhr: 1. Impulsvortrag
- 12 Uhr: Mittagspause
- 13 Uhr: Lesung mit Jennifer Kersten, Marion Rodenwald und Antje Remke
- 15 Uhr: 2. Impulsvortrag
- Den ganzen Tag: stille Ecken in der Bibliothek, Austausch, Bücherauswahl zum Thema
Vor dem 1. Impulsvortrag
Ich hatte wenig geschlafen, denn Marion Rodenwald und ich wussten nicht, wie viele Menschen kommen würden. Möglich war alles zwischen keinem Interesse und Menschenmassen, die uns überfordert hätten. Wie angekündigt gab es eine Auswahl an Büchern zum Thema, ich kam aber gar nicht dazu, in eines hineinzuschauen. An verschiedenen Stellen in der Bibliothek am Wasserturm gab es stille Ecken. Die ersten Gäste kamen, und sofort begann ein leiser Austausch. So blieb es den ganzen Tag. Wunderbar.
Die Impulsvorträge und die Lesung
11 Uhr, 1. Impulsvortrag: Rund 25 vertraute und neue Gesichter hörten meinen Input, dazu gab es lebhaften Austausch.
12 Uhr, Mittagspause: Ich stillte meinen Hunger und gönnte mir eine kleine Präsenzauszeit. Ich spürte Müdigkeit und wusste, dass ich mit meiner Energie haushalten muss.
13 Uhr, Lesung:
- Jennifer Kersten las aus ihrem Buch „Libellen auf der Autobahn“. Es geht um Hochsensibilität in der Arbeitswelt.
- Marion Rodenwald las stille Lyrik aus ihrem Buch „Zwischenstand“.
- Ich las aus meinen Büchern und aus aktuellen Texten.
15 Uhr, 2. Impulsvortrag: Im Publikum waren zahlreiche neue Gesichter, wieder rund 25 Menschen Nach diesem intensiven Tag mit vielen Sinnesreizen und Gesprächen fiel mir die Konzentration etwas schwerer, es funktionierte aber.
Puzzleteile von diesem Tag
Wie die Gäste vom Tag erfuhren:
Über die Gruppe Meetup, meine Einladung über Meet5, das HSP-Treffen in der Brotfabrik über andere Gäste und über den Aushang an der Bibliothek.
Begegnungen:
- Ein Vater und sein Sohn von der Filmproduktion Bärensprung kamen vorbei. Ich hatte sie drei Wochen vorher bei einem Event von Ab unter die Erde kennengelernt. Es gab ein intensives Gespräch auch über Hochsensibilität. Sie haben großes Interesse an einem Dokumentarfilm über die Vielfalt der Hochsensibilität, kamen mit vielen ins Gespräch, stellten Fragen, hörten zu und sammelten Eindrücke.
- Es kamen Ehepaare, bei denen „nur“ die Frau hochsensibel ist, und viele Männer, darunter einer, der selbst ein Treffen für Hochsensible leitet.
- Eine Freundin überraschte mich mit einem Blumenstrauß.
- Jennifer Kersten fand einen neuen Gast für ihren Podcast „Der sensible Podcast“.
- Manche weinten vor Berührung, umgeben von vielen anderen Hochsensiblen.
Fragen und Themen aus den Gesprächen:
- Ist Schwerhörigkeit teilweise ein Schutz vor Reizüberflutung?
- Ein Teilnehmer erzählte, dass ihn das Sehen von Details so überfordert, dass es ihm besser geht, wenn er keine Brille aufsetzt. So muss er nicht alles sehen.
- Überforderung durch die Großstadt
Rückmeldungen
Die Rückmeldungen sind mit Einverständnis der Absender:innen veröffentlicht.
„Wenn dich im Auditorium 30 Menschen glücklich anstrahlen, wenn du von wildfremden Menschen dankbar umarmt wirst, wenn Lachen und Weinen gleichzeitig stattfinden und ganz viel Energie fließt, dann hat sich der zusätzliche Arbeits- und Kraftaufwand gelohnt.“
Marion Rodenwald, Mitveranstalterin
„Indem du den Tag der Hochsensibilität ins Leben gerufen hast, hast du für die gesamte HSP-Community einen neuen Meilenstein geschaffen. Dieses Zusammenkommen so vieler toller Menschen war wirklich herzöffnend. Mit deinen vielen Ideen gelingt es dir immer wieder, ein Umfeld zu schaffen, wo Raum für jeden ist und wo man sein darf, wie man ist.“ (gekürzt)
Teilnehmerin, die Antje Remke über einen Volkshochschulkurs kennt
„Ich danke dir von Herzen, dass du diese Veranstaltung gemacht hast. Dadurch bringst du Bewegung in die Gesellschaft, auch wenn diese erst am Anfang ist. Alles hat mal klein angefangen.“
Teilnehmer:in
„Es war spürbar, wie viel Herz und Achtsamkeit in diesen Tag gelegt wurde und wie wohltuend die Atmosphäre dadurch wurde.“
Teilnehmer:in
„Es fühlt sich einfach nur schön an, wenn man weiß, dass man damit nicht allein ist.“
Teilnehmer:in
„Eine tolle Veranstaltung an einem schönen Ort. Sehr beeindruckend.“
Teilnehmer:in
„Der Tag der Hochsensibilität war super. Für nächstes Jahr dann bitte in die Uber Arena, damit auch die 700.000 Hochsensiblen aus Berlin in den Genuss deiner Vorträge kommen ;)“
Teilnehmer:in. Die Zahl ist eine Schätzung, siehe den Beitrag „Hochsensibel in Berlin“
Und nun?
Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Diese Fragen beschäftigen mich:
- Wird es einen Film geben, der die Hochsensibilität sichtbarer macht?
- Werden an anderen Orten andere auch in die Öffentlichkeit gehen?
- Werden wir mehr geschätzt und ernstgenommen?
- Wird es mehr reizarme Orte geben?
- Werden mehr Hochsensible ihr Potenzial in die Welt bringen können?
- Wird es irgendwann einen offiziellen Tag der Hochsensibilität geben?
- Werden sich Prominente als hochsensibel „outen“? Ich habe noch keinen gefunden.
Eine erste Antwort: Der 2. Infotag am 31. Oktober 2026 findet statt.
Häufige Fragen
Wann und wo fand der 1. Tag der Hochsensibilität in Berlin statt?
Am Samstag, 1. November 2025, in der Bibliothek am Wasserturm, Prenzlauer Allee 227–228, 10405 Berlin.
Wer hat ihn organisiert?
Marion Rodenwald und Antje Remke, Coach für Hochsensibilität.
Was wurde angeboten?
Zwei Impulsvorträge (11 und 15 Uhr), eine Lesung (13 Uhr), stille Ecken, Austausch und eine Bücherauswahl zum Thema.
Wie viele Menschen kamen?
Die Veranstaltungsseite nennt rund 80 Gäste insgesamt, bei den Vorträgen waren es jeweils rund 25. [prüfen: Zahlen]
Gibt es 2026 wieder einen Infotag?
Ja, am Samstag, 31. Oktober 2026, von 11 bis 16 Uhr am selben Ort. Eintritt frei.
Ideen und Termine
- Pause von der Welt: Oasennachmittag für hochsensible Menschen
- Ideenreich: ein HSP-Projektraum
- Treffen über Meetup und Meet5
- Selbsthilfegruppen
- Treffen für introvertierte Hochsensible im Frauenzentrum Paula Panke
- Meine Termine
Bücher vom Büchertisch
Kinder und Eltern
- Lauter leise Kinder: Vom Glück, ein introvertiertes Kind zu haben, Antje Kunstmann. Ullstein Paperback, erschienen am 27.10.2022, 256 Seiten, ISBN 978-3-86493-230-4. Das E-Book hat die ISBN 978-3-8437-2768-6. Ein Ratgeber für Eltern schüchterner, introvertierter und hochsensibler Kinder. Die Autorin, Brigitte-Redakteurin und promovierte Biologin, schreibt auch aus der Erfahrung mit ihren vier Kindern. „Kunstmann“ ist hier die Autorin, nicht der Verlag. Lauter leise Kinder | Lesejury +2
- Stille Helden haben es in sich (Reihe „Starke Kinder, glückliche Eltern“), Dagmar Geisler, illustriert von Nikolai Renger. Loewe Verlag, erschienen am 15.01.2025, 48 Seiten, Hardcover, ab 6 Jahren, ISBN 978-3-7432-1228-2. Es ist ein erzählendes Sachbuch über ruhige Kinder, mit Tipps und einem Fragebogen. loewe-verlagloewe-verlag
- Antennenkind, Andrea Karimé, illustriert von Birgitta Heiskel. Picus Verlag, erschienen am 14.07.2021, 48 Seiten, gebunden, für 5 bis 7 Jahre, ISBN 978-3-7117-4022-9. Der hochsensible Köbi hört alles und zieht sich vor dem Besuch von Tante Ruh mit Kopfhörern und seiner Schildkröte Pänzi in sein Zimmer zurück. amazonthalia
Erwachsene
- Hochsensibel sein: 22 Impulse für einen guten Umgang mit der eigenen Hochsensibilität, Ulrike Hensel. Junfermann, erschienen am 11.05.2023, 176 Seiten, modular aufgebaut. Print-ISBN 978-3-7495-0460-2, E-Book-ISBN 978-3-7495-0462-6. Das Buch steht auf der Seite schon, von Nadine eingetragen. junfermannhbz-nrw
- Wer stärker fühlt, hat mehr vom Leben: Warum Sensibilität eine verborgene Kraft ist und wie sie uns die Welt eröffnet, Kathrin Sohst. ISBN 978-3-423-26261-3, dtv, Erscheinungsjahr [prüfen]. Sohst ist selbst hochsensibel und tritt als Botschafterin für Hochsensibilität auf. Von ihr gibt es auch „Zart im Nehmen“ (Goldmann). Cover des Buches Wer stärker fühlt, hat mehr vom Leben (ISBN: 9783423262613) +2
- Fühl dich ganz: Was wir gewinnen, wenn wir unsere Emotionen verstehen und zulassen, Lukas Klaschinski. Knaur Balance (Droemer Knaur), erschienen am 01.02.2024, 256 Seiten, ISBN 978-3-426-44656-0, 18,00 €. Es gibt auch ein Hörbuch, vom Autor gelesen. Der Autor ist Psychologe und Podcaster, das Buch arbeitet mit Übungen aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Es ist ein allgemeiner Emotionsratgeber, kein Buch speziell zur Hochsensibilität. Fühl dich ganz +2
- Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone, Joachim Bauer. Hoffmann und Campe, Hamburg 2005, 191 Seiten, ISBN 3-455-09511-9. Als Taschenbuch bei Heyne 2006 (ISBN 978-3-453-61501-4). Bauer ist Psychiater und Psychotherapeut. Das Buch ist populärwissenschaftlich und behandelt Empathie und Resonanz, nicht Hochsensibilität im engeren Sinn. Der Forschungsstand zu Spiegelneuronen beim Menschen hat sich seit 2005 weiterentwickelt. wissenschaftebay
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In meinem Buch Wirksame Worte gibt es ein Kapitel Sichtbarkeit. Da sind Texte und Gedichte, in denen ich meine Masken fallen lasse. Bei Lesungen vermied ich es bis jetzt, diese Seiten von mir zu zeigen. aber das bin ich auch,







