Trauertrostpoesie
Meine Trauertrostpoesie schreibe ich seit 2021 für andere und für mich. Mit der Trauer um meinen Vater hat es eine andere Bedeutung bekommen.
Im September 2025 fand der „Tag des Friedhofs“. auf der Friedhof 3 in Berlin Pankow statt. Es gab die Einladung Texte für eine Lesung zu schreiben. Für mich war es Anlass, mich bei 27 gestorbenen Menschen zu bedanken. Facettenreich bin ich beschenkt worden. Mein Dank gilt den Toten. Mein Text las ich nicht vor. Es bleiben mir aber viele Erinnerungen.
Im April 2026 inspirierten mich Gesprächen mit Hochsensiblen zu dem Blog Hochsensible Abschiede auf eigene Weise.
Ich sehe deine Trauer
Ich sehe deine Trauer. Ich habe alle Zeit der Welt. Ich baue dir ein Nest. Hier ist deine Kuscheldecke. Ich koche dir dein Lieblingsessen. Es geht heute nur um dich. Ich halte dich fest. Du kannst loslassen. Du kannst so lange weinen, wie du willst. Ich berühre dich sanft. Alles ist gut. Ja das ist wirklich traurig, dass alle dich alle vergessen haben. Aber ich bin für dich da. Auf mich kannst du dich verlassen. Was ich sage, mache ich wirklich gern für dich. Heute räume ich dir die Wohnung auf. Erzähle mir von deinem Verstorbenen. Es ist tröstlich, sich mit Erinnerungstücken zu umgeben. Das ist Liebe. Ich habe dir Rosinen mitgebracht und hier ist eine Eierstulle. Ja das ist nicht schön, dass sich keiner meldet. Du hast so ein großes Herz. Ich fühle mit dir. (August 2026)
Fast vollbracht
Viele Nächte durchgewacht
Trauer hielt mich lang in Schacht
Über vieles nachgedacht
Und nach dieser einen Nacht
Morgens früh um kurz vor acht
Hat es endlich Klick gemacht
Freude kam zurück ganz sacht
Feuer langsam ist entfacht
Trafen uns zur Küchenschlacht
Hatten dabei nicht bedacht
Tisch war morsch er ist zerkracht
Erst lecker Speisen dann viel gelacht.
Der Wandel ist nun fast vollbracht.
Alles wahr nicht ausgedacht (Mai 2026)
Das Geschenk
Guten Tag Herr Regenbogen – Sprich bitte sanfter mit mir. Ich bin empfindlich.
Sorry, ich freue mich so, dich zu sehen, da überschlage ich mich manchmal. – Wir kennen uns noch gar nicht, wer bist du
Ich bin ein Geschenk von oben. – Oh das ist aber schön. Wer schickt dich?
Es kommt von Oma Alma und es ist an die kleine Murkel adressiert. Ich soll ausrichten, dass es ihr leidtut, sie unten allein zu lassen. Schau, hier sind noch ein paar Zeilen. ließ selbst: Meine liebe Murkel, hier sind meine Rezepte, von Gerichten, die ich dir immer wieder kochte. Ein paar Socken, die ich strickte, Ich schenke dir meine Schmuckdose und Noten von Liedern, die ich gerne gesungen habe. Ja und auch gibt es Fotos von uns beiden. Das alles bleibt. deine Oma Alma.
Danke du lieber Regenbogen. Du kannst sanft runterrutschen, ich bringe dich zu Murkel. Bis bald.
Schreibgruppe Paula Panke Juli 2026
Einklang
Ein Klang in Moll
das fühle ich voll
zwei Klänge in Dur
schick ich auf Tour
die Drei zusammen
harmonisch weit schwammen
nach langem Frust
kam Lebenslust
erweckt vom Gerüche
vom Tee aus der Küche
der Inhalt war facettenreich
alles schmeckte ich nicht gleich
die Vielfalt streichelt meine Sinne
Lebenslust ich viel gewinne
auch dank Dur und Moll
Heilsam, satt und voll
Lacht meine Seele
aus dankbarer Kehle.
Schreibgruppe Paula Panke Juli 2026
Alles wieder gut
Alles wieder gut
Hab endlich Mut
Groß war die Wunde
Nun wieder gesunde
Ich mich weit strecke
Komm aus der Ecke
Wieder laut lache
Die Freude entfache
Ich seh wieder bunt
Und alles läuft rund
Morgens wild tanze
Mit Floh und mit Wanze
Ich spüre das Licht
Schrieb dies Gedicht
Atme ganz frei
Bin wieder dabei
(1. April 2026 wiedergefunden)
Ich Dumme
Ich dumme, Ich verstumme
Ich schweige, mich nicht zeige
Ich mich verstecke, Unter der Decke
Bleib besser leise, Ist das so weise
Ich nichts dazu sage, Wart auf ne Frage
Ich nicht mehr lache, Mir Sorgen nur mache
Bin oft alleine, Und dann viel weine
Ich halts lange aus, Was für ein Graus
Ich mich vergesse, Ich mich viel stresse
Mich selbst ignoriere, Vor Kälte erfriere
Keiner mich hörte, Es mich zerstörte
Keiner mich sah, War gar nicht da.
April 2024
Ohne dich
Genossen zusammen so viele Speisen
Und durch die Welt mit dir zu reisen.
Ohne dich da ist es leer.
Weitermachen ist so schwer
Uns helfen deine weisen Worte
Hörten sie an manchem Orte…
2023
Sekt und Tränen
Bei meinem Ende lasst es krachen
Sollt ihr weinen und auch lachen
Was gab es für verrückte Geschichten
die kann der Tod doch nicht vernichten
Kann ja sein, es ist beschissen
Vielleicht gibt’s Schmerzen des Vermissen
Dann lasst Sekt und Tränen fließen
Remember me – bitte genießen
Bitte macht lebendig weiter
neben Trauer auch viel heiter. 2021
Lieber Walter
Gern im Garten du gesessen
Mit Else lecker Kuchen essen
Draußen bist du gern gewesen
Und nicht nur zum Zeitung lesen.
Nein auch zum ernten und zum säen
Und immer wieder angeln gehen
…
Du guck dir das von oben an
Opa, Vater, Ehemann. 2021
Danke dir, erstmal Tränchen verdrückt.
Kreative Kraftquellen
Kreative Kraftquellen öffnen stille Räume, in denen Hochsensible wieder Zugang zu ihrer Tiefe finden. Kleine Impulse stärken, klären und erinnern daran, wie viel Kraft im feinen Spüren liegt. Ein Ort zum Auftanken, Weiterdenken und Neu‑lenken – freundlich, leicht und resonant.

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