Stimme der Stillen – hochsensibel Introvertiert
Es muss doch auch leise gehen
Von Antje Remke, Coach für Hochsensibilität · veröffentlicht 2022 aktualisiert am 18. Oktober 2026
Kurzfassung:
Antje Remke, Coach für Hochsensibilität, möchte introvertierten hochsensiblen Menschen eine Stimme geben. Sie beschreibt, wie still wirkende Menschen oft unterschätzt, übersehen und überhört werden, und fragt, wie wir sie sensibel erreichen können, ohne dass sie laut werden müssen.
Für wen ist der Beitrag?
- Introvertierte und hochsensible Menschen, die sich oft nicht gehört fühlen
- Menschen, die ihre Talente zurückhalten
- Führungskräfte, Lehrkräfte und Fachkräfte, die leise Menschen besser einbinden möchten
- Alle, die sich fragen, wie Sichtbarkeit auch leise gelingt
Raum nehmen
Mich kotzt es an, mal bin ich müde, mal frustriert, mal sauer, mal sprachlos, weil sich laute Menschen leicht den Raum nehmen und die Stillen schweigen.
Introvertierte erleben immer wieder, dass andere Menschen:
- ihnen ins Wort fallen
- kein Interesse zeigen
- immer meinen zu wissen wo es lang geht und 200 % von sich überzeugt sind
- oft zu laut, schrill und hektisch sind
- inhaltslos viel reden können
- Dafür werben, die einzig wahre Lösung zu kennen
- oft unüberlegt handeln
- sich sensationell in Szene setzen können und versprechen: „ Wenn ihr es so macht, wie ich es sage, dann werdet ihr erfolgreich.“
- sie empfindsam reagieren, wenn sie nicht es sich nicht ausschließlich um sie dreht.
Stille Menschen
- Stille Menschen werden unterschätzt.
- Stille Menschen werden nicht ernst genommen.
- Stille Menschen werden übersehen.
- Stillen Menschen wird nicht zugehört.
- Stille Menschen denken und handeln oft nachhaltiger.
- Stille Menschen haben ein unendliches Potential, dass entdeckt werden will.
- Stille Menschen werden immer stiller, wenn andere lauter werden.
Das sind Beobachtungen aus meiner Praxis und der Begegnung mit unzähligen Hochsensiblen.Es sind keine Studienergebnisse.
Schweigespirale
Ich beobachte dieses Verhalten bei mir und anderen leisen Menschen. Mich berührte es, als meine Tochter von der Schweigespirale erzählte. Es stammt aus der Meinungsbildung „Schweigespirale nennt sich ein Teil der in den 1970er-Jahren von Elisabeth Noelle-Neumann formulierten Theorie der öffentlichen Meinung. Demnach hängt die Bereitschaft vieler Menschen, sich öffentlich zu ihrer Meinung zu bekennen, von der Einschätzung des Meinungsklimas ab. Widerspricht die eigene Meinung der als vorherrschend betrachteten Meinung, so gibt es Hemmungen, sie zu äußern, und zwar umso stärker, je ausgeprägter der Gegensatz wird; daher der Begriff der Spirale.“
Ich finde die Vorstellung gruselig, dass stille Menschen komplett aufhören, ihre Meinung zu äußern.
Dagegen möchte ich leise und beharrlich die Stimme erheben. Ich will mich und andere ermutigen, uns zu zeigen. Die erste Rede hielt ich im vertrauten wohlwollenden Rahmen 2020 beim Redeclub – Reden wie Rosa bei Paula Panke. Vielleicht ist das ja auch für andere eine Option. Ich wünsche, dass auch ihr Orte findet.
Angenehm zurückhaltend und präsent
Mehr und mehr mag ich Menschen, die angenehm zurückhaltend und präsent sind. Mich interessieren Menschen, die mich berühren mit dem was sie teilen. Mich ziehen Menschen in den Bann, wenn sie mich überraschen. Wenn es intensiv, originell, gefühlvoll, humorvoll, und/ oder intelligent ist. Viele meiner berührenden Menschen erlebe ich mit introvertierten Menschen, wenn sie sich wirklich zeigen. Ja auch wenn ich mich zeige.
Wenn sie sich verstecken
Es gab unzählige Begegnungen mit großartigen stillen Menschen. Künstlerinnen, die nie Fotos von sich auf Instagram posten, Mitarbeiterinnen, die in der Firma, ihre Meinungen, Bedenken, ihre oft innovativen Ideen für sich behalten. Viele, die niedrig stapeln und es verabscheuen, Gewese um sich zu machen.
Was ich will
Ich will ermutigen, versuchen Modell zu sein. Mir und anderen den Rücken stärken. Ich will Menschen emotional erreichen. Ich will Blockaden lösen. Ich will uns hörbarer und sichtbarer machen. Ich habe Sehnsucht nach mehr Überraschungen. Mein Wunsch nach mehr Sensibilität wächst. Ich will die vielenSchätze mit ans Licht bringen. Ich will, dass unsere Qualitäten mehr geschätzt werden.
Es muss doch auch leise gehen!
Wie
Sie behutsam und liebevoll im Coaching und anderen Formaten mit Fragen provozieren, um sie aus ihren Verstecken zu locken. „Wie was ist der Mehrwert, wenn du deine Talente der Welt weiter vorenthältst?“ Sensible Menschen sensibel erreichen. Ich werde teilen, was meine Herausforderungen sind. Sie wertschätzen und sie ermutigen, sich zu zeigen. Mit meiner Leidenschaft für das Thema anstecken. Ihnen von meinen hilfreichen Erfahrungen aus dem Redeclub Reden wie Rosa vorschwärmen und sie motivieren, es selbst auszuprobieren. An passender Stelle weiterhin meine inspirierende Gedichte und Texte teilen. Hier mehr dazu
Wenn sie gesehen werden
- Sprühen sie vor Leidenschaft bei dem was sie tun.
- Können sie so schön singen, dass ich Gänsehaut bekomme.
- Laufen sie auf Hochtouren und können die Bühne rocken.
- Entpuppen sie sich als geniale erfolgreiche Geschäftsfrauen.
- Improvisieren sie mit Melodien, die zum Tanzen verführen.
- Teilen sie ihre Gedanken.
- Stellen sie ihre Bilder aus.
- Leuchten ihre Augen.
- Können sie über sich selbst hinauswachsen.
- Stecken sie mit ihrer Begeisterung an.
Kreis kreisen
Weiterlesen und mitmachen
- Gruppe für introvertierte, hochsensible Frauen: ein geschützter Ort zum Austausch
- Redeclub „Reden wie Rosa”: leise Stimmen im vertrauten Rahmen üben
- Kreatives Schreiben: monatliche Gruppe bei Paula Panke
- Pause von der Welt: Oasennachmittag zum Auftanken
- Crossover – mein zweites Buch
- Wirksame Worte – mein erstes Buch
- Lesungen & Bücher
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Antje Remke · Coach für Hochsensibilität
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