Zarte Seelen und Wunscheltern
Was hochsensible Kinder brauchen
Von Antje Remke, Coach für Hochsensibilität und Autorin · veröffentlicht am 26. Juli 2026 · aktualisiert am 18. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 11 Minuten
Kurzfassung:
In diesem Beitrag verbindet Antje Remke ihren Text „Wunscheltern“ (April 2026) mit dem Lied „Sind so kleine Hände“ von Bettina Wegner. „Wunscheltern“ sind Eltern, wie sich hochsensible Kinder sie wünschen: 24 Sätze darüber, wie sie gesehen, verstanden und gestärkt werden möchten. Der Beitrag richtet sich an hochsensible Erwachsene, Eltern und Fachkräfte und fragt, wie wir zarte Seelen zeigen, schützen und stärken können.
Wie dieser Beitrag entstanden ist
Im April 2026 schrieb ich zwei Texte: den Text über meine Wunscheltern und den Beitrag „Hochsensibilität – was frühe Erfahrungen mit uns machen“. Als ich wieder einmal das Lied „Sind so kleine Hände“ von Bettina Wegner hörte, verband sich beides. Mich faszinieren Zusammenhänge, und hier sind es zarte Seelen: meine eigene und die unzähligen anderen, die mir in der Kunst und in anderen Menschen begegnen.
Meine zarte Seite verstecke ich im Leben und in meiner Poesie oft hinter Humor und Rationalität. In meinem Buch „Wirksame Worte“ gibt es ein Kapitel „Sichtbarkeit“, das ich bei Lesungen meist übergehe. Eine über 80-jährige Frau, die mich seit meiner Kindheit kennt, sagte: „Antje, du gibst ganz schön was von dir preis.“ Vielleicht zeige ich mich Schritt für Schritt mehr. Ich lasse mich von mir überraschen. (Juli 2026)
Hinweis: Dieser Beitrag ist ein persönlicher, poetischer Text. Er kann Gefühle auslösen. Er ist keine Erziehungsanleitung und keine Therapie.
Wunscheltern:
Gesehen und verstanden werden: Sie erkannten meine Talente und meine Hochsensibilität, sie sahen mich, interessierten sich für mich, stellten Fragen und hörten mir wohlwollend zu.
Mit Gefühlen umgehen: Sie brachten mir den Umgang mit Gefühlen bei, zeigten ihre eigenen Gefühle und ihre Zuneigung und trösteten mich.
Fördern und Raum geben: Sie ermutigten und förderten mich, hatten Geduld, unterstützten mein Anderssein, ließen mir Raum, mich zu entfalten und auszuprobieren, und ließen sich von meiner Begeisterung anstecken.
Respekt und Schutz: Sie begegneten mir auf Augenhöhe, umsorgten mich, verteidigten mich anderen gegenüber und waren stolz auf mich.
Konflikte gut lösen: Sie vermieden destruktive, laute und aggressive Auseinandersetzungen und zeigten mir, wie man aufeinander zugeht und sich entschuldigt.
Der Text ist für hochsensible Erwachsene gedacht, die sich fragen, was ihnen als Kind gefehlt hat und was sie sich heute selbst geben können, für Eltern, Erzieher:innen und Lehrkräfte, die hochsensible Kinder begleiten, und für alle, die zarte Seelen besser verstehen möchten.
Es gab bei mir und vielen anderen eine große Lücke zwischen Wunsch und Realität. Mich berühren immer wieder Geschichten von anderen Hochsensiblen und die Folgen. Vielleicht können wir mit anderen unsere zarten Seelen zeigen, schützen und uns unsere Wünsche erfüllen (April 2026).
Fragen zum Nachdenken
- Was hätte ich als Kind gebraucht, um mich gesehen zu fühlen?
- Welche der Sätze berühren mich besonders?
- Was kann ich mir heute selbst geben, was früher fehlte?
- Wen kann ich heute so begegnen, wie ich mir Begegnung gewünscht hätte?
Fragen
Das Lied „Sind so kleine Hände“ von Bettina Wegner
Bettina Wegner schrieb das Lied 1978. In einfachen Bildern beschreibt sie, wie verletzlich Kinder sind (Hände, Füße, Ohren, Augen, Seele) und dass Erwachsene sie nicht verletzen oder brechen dürfen. Das Lied endet mit dem Wunsch nach aufrechten, klaren Menschen. Hier geht es zum Video. Den Liedtext findest du bei den üblichen Textportalen.
Warum mich das Lied berührt
Ich bin mit dem Lied groß geworden. Erst vor ein paar Jahren erkannte ich, dass es von zarten, hochsensiblen Seelen spricht. Diese Erkenntnis hat mich tief berührt.
H3: Einordnung (mit KI-Unterstützung formuliert)
Das Lied ist ein leises, eindringliches Plädoyer für Schutz, Würde und Zärtlichkeit. Es spricht die Sprache der Feinfühligkeit und der Verantwortung. Es erinnert daran, wie verletzlich Menschen sind und wie sehr wir einander Halt geben können. Menschen sehen, schützen, stärken, mit Worten, die nicht laut sind, sondern wahr. Und daran erinnern, dass Sensibilität kein Makel ist, sondern ein Kompass.
Fortsetzung und weitere Beiträge
- September 2026: Ich veröffentliche Teile meiner Unverhüllten Poesie aus „Wirksame Worte“. Beim Hören von „Sei willkommen“ des Liedermachers Gerhard Schöne spürte ich, dass das Lied zu diesem Beitrag gehört.
- Was Therapie mit mir gemacht hat: traurige Folgen des Nichtgesehenwerdens
- Hochsensibilität: was frühe Erfahrungen mit uns machen
- Resonanzsehnsucht
Häufige Fragen
Was bedeutet „Wunscheltern“?
Ein Wunschbild: Eltern, wie sich hochsensible Kinder sie wünschen. Der Text von Antje Remke besteht aus 24 Sätzen über Gesehenwerden, Gefühle, Förderung, Respekt und gute Konfliktkultur.
Für wen ist der Text geeignet?
Für hochsensible Erwachsene, Eltern, Erzieher:innen und Lehrkräfte und alle, die zarte Seelen besser verstehen möchten.
Ist der Text eine Anleitung zur Erziehung?
Nein. Er ist ein persönlicher, poetischer Text, kein Ratgeber und keine Therapie.
Welches Lied gehört zu dem Beitrag?
„Sind so kleine Hände“ von Bettina Wegner (1978). Ergänzend: „Sei willkommen“ von Gerhard Schöne.
Was kann ich tun, wenn mich der Text sehr berührt?
Nimm dir Zeit und sprich mit einer vertrauten Person. Auf Wunsch begleite ich dich im Coaching für Hochsensibilität oder im Trostcoaching.


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