...

Antje Remke

Coach für Hochsensibilität

Hochsensibilität und Glückshormone

by | Juli 18, 2026 | Inspiration, Hochsensibel, Inspirationen | 0 comments

Glückshormone & Hochsensibilität

Nachdem ich im vorherigen Beitrag beschrieben habe, wie Stresshormone das Nervensystem hochsensibler Menschen belasten und in Alarmbereitschaft versetzen, möchte ich jetzt die andere Seite zeigen: die Glückshormone.

Glückshormone sind biochemische Botenstoffe, die unser Nervensystem beruhigen, motivieren, verbinden oder entlasten. Für hochsensible Menschen sind sie besonders wichtig, weil ihr Nervensystem Reize tiefer verarbeitet und schneller aus dem Gleichgewicht gerät.

Vier Hormone spielen dabei eine zentrale Rolle: Dopamin, Endorphine, Oxytocin und Serotonin. Sie wirken wie ein inneres Team, das Motivation, Ruhe, Verbundenheit und Leichtigkeit steuert – und damit genau das stärkt, was hochsensible Menschen im Alltag brauchen.

Extrareime schreiben

Dopamin

Motivation, Fokus & kleine Erfolge

Dopamin ist ein Neurotransmitter für Motivation, Belohnung, Neugier und Zielorientierung. Es steigt, wenn wir Freude erleben oder kleine, erreichbare Ziele schaffen – und es sinkt, wenn wir überreizt, erschöpft oder überfordert sind.

Was Dopamin stärkt:

  • kleine, erreichbare Schritte 
  • To‑do‑Listen mit Mini‑Belohnungen 
  • Musik, die Energie gibt
  • kreative Tätigkeiten (zeichnen, schreiben, gestalten)
  • neue, aber nicht überfordernde Impulse

„Ich darf mich über kleine Schritte freuen.“ „Ich entdecke etwas Neues, ohne mich zu überfordern.“

Lebensmittel

Avocado, Hülsenfrüchte, Eier, Käse, dunkle Schokolade, Beeren, Kürbiskerne, Rote Bete, Blattgemüse → Tyrosin → Dopaminaufbau → Fokus & Energie

    Endorphine

    Natürliche Stress‑ & Schmerzpuffer

    Endorphine steigen stark, wenn etwas wirklich Freude macht – sinken aber schneller bei Überforderung.

    Endorphine sind körpereigene Opiate.  Sie dämpfen Stress und schenken Leichtigkeit.

    Was Endorphine stärkt

    • Lachen
    • Tanzen
    • Musik, die berührt
    • leichte Bewegung
    • kleine Erfolgserlebnisse
    • Genussmomente

    „Ich bewege mich leicht.“ „Ich genieße diesen Moment.“

    Lebensmittel

    Chili, dunkle Schokolade, Orangen, Trauben, Honig, Vanille, Zimt, kleine Genuss‑ und Überraschungsmomente 

    Hochsensibel ich auch
    Extrareime schreiben

    Oxytocin

    Verbundenheit, Wärme & Sicherheit

    Hochsensible spüren soziale Schwingungen intensiver. Oxytocin wirkt bei ihnen wie ein innerer Anker und ein sofortiger Beruhiger.

    Es ist das Bindungs‑ und Sicherheits‑Hormon. Es entsteht durch Berührung, Blickkontakt, warme Gespräche, Zugewandtheit und echte Verbindung. Es beruhigt das Nervensystem unmittelbar und schafft Vertrauen.

    Was Oxytocin stärkt: 

    • echte, warme Gespräche
    • Umarmungen (20 Sekunden wirken messbar)
    • Tiere, Pflanzen, Natur
    • Dankbarkeit (1–2 Sätze täglich) • gemeinsames Lachen
    • achtsame Berührung (z. B. Hand aufs Herz)

    Oxytocin‑freundliche Situationen beim Essen

    gemeinsam essen, warme Suppen, Teezeremonien, Brot teilen, Schokolade bewusst genießen, Essen mit Kindheitsbezug → Oxytocin entsteht durch Wärme, Nähe und Genuss

    Kernaussage Oxytocin schenkt Sicherheit, Vertrauen und Wärme – es entsteht durch echte Verbindung.

    Biber an der Havel 2023

    Serotonin

    Stabilität, Ruhe & innere Ordnung

    Serotonin sinkt bei Hohsensiblen schneller durch: • Reizüberflutung • zu wenig Pausen • zu wenig Tageslicht • fehlende Erdung oder Struktur

    Serotonin ist ein Stimmungsstabilisator. Es reguliert innere Ruhe, Schlaf, Verdauung, emotionale Stabilität und Impulskontrolle. Es vermittelt das Gefühl: „Ich bin okay. Die Welt ist okay.“

    Was Serotonin stärkt

    • 10–20 Minuten Tageslicht 
    • regelmäßige Mahlzeiten
    • warme Getränke, Wärme generell
    • Atemübungen (4–6‑Atmung)
    • Natur, Erdung, Barfußgehen

    Serotonin‑Sätze „Ich darf langsam sein.“ „Ich vertraue meinem Rhythmus.“

    Serotonin‑freundliche Lebensmittel

    Haferflocken, Bananen, Nüsse, Eier, Lachs, Naturjoghurt, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Kakao → Tryptophan → Serotoninaufbau → innere Ruhe 

    Kernaussage Serotonin schenkt Ruhe, Stabilität und innere Ordnung – und steigt durch Licht, Wärme und Rhythmus.

    Mirallen

    1 + 2 =

    Selbstregulation – praktische Wege für den Alltag

    1. Körper 4–6‑Atmung, Hand aufs Brustbein, Kiefer lösen, schwere Beine, kaltes Wasser

    2. Sinne Geräuschhygiene, Blickfokus, Duftanker, Textur‑Beruhigung

    3. Mini‑Bewegung Schulterkreise, Ausschütteln, Katzenbuckel, 1‑Minuten‑Gehen

    4. Sprache 

    Serotonin‑Sätze: „Ich darf langsam sein.“ Dopamin‑Sätze: „Ein kleiner Schritt reicht.“ Oxytocin‑Sätze: „Ich bin verbunden.“ Endorphin‑Sätze: „Ich darf lachen.“

    5. Co‑Regulation im Kontakt Summen, Blickkontakt mit etwas Beruhigendem, Selbst‑Umarmung, Rhythmus

    6. Kreative Regulation Freies Schreiben, Mini‑Zeichnungen, Musik, die trägt, die Frage: „Was brauche ich jetzt?“

        Oder Abendstimmung

        Co‑Regulation – wie Beziehung Glückshormone aktiviert

        Ein Nervensystem beruhigt sich im Kontakt mit einem anderen. Über Stimme, Blick, Haltung und Resonanz entsteht ein biochemischer Austausch.

        Wie Co‑Regulation Glückshormone aktiviert:

        • Dopamin: gemeinsames Lachen, kleine Erfolge
        • Endorphine: Humor, Bewegung, Musik
        • Oxytocin: Nähe, Vertrauen, Zugewandtheit
        • Serotonin: ruhige Stimme, Struktur, Präsenz

        Warum das für Hochsensible wichtig ist Sichere Resonanz → Glückshormone steigen Unsichere Resonanz → Stresshormone steigen

        Praktische Impulse

        • gemeinsam atmen
        • Blickkontakt halten
        • Wärme & Humor einsetzen
        • Berührung als Sicherheitssignal
        • Selbst‑Co‑Regulation über Natur, Musik, vertraute Menschen

         

        0 Comments

        Submit a Comment

        Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

        Stressfrei 

        Die Idee für dieses Gedicht kam mir mal im Bett liegend. Für mich war der Stress eine Businesslady, die hektisch durch die Gegend lief. Beim einem Coaching kam eine Mutter mit einem wachen ca. 8 jährigem Sohn. Er malte seine Vorstellung vom Stress. 

        Fazit

        Je mehr ich über Stresshormone und Hochsensibilität lerne, desto deutlicher wird mir: Wir brauchen Sicherheit, nicht Härte. Adrenalin und Cortisol zeigen mir, wann ich mich verliere – der Vagusnerv zeigt mir, wie ich zurückfinde.

        Vielleicht können diese Überlegungen andere ermutigen, ihre Feinfühligkeit nicht als Belastung zu sehen, sondern als Einladung, achtsamer mit sich umzugehen. Denn wenn wir unseren Körper verstehen, wird Selbstfürsorge plötzlich einfach: ein Atemzug, ein Moment Stille, ein bisschen Wärme – und wir kommen wieder bei uns an. Mehr dazu wie gesagt folgt.